Spektakuläre Höhenrettung am Commerzbank-Hochhaus

04.07.2026
MAXLOK-Redaktion


Zwei Fassadenreiniger aus 240 Metern Höhe befreit / Windböen erschweren den Einsatz

FRANKFURT - Die Feuerwehr Frankfurt hat am Donnerstag zwei Fassadenreiniger aus einem in rund 240 Metern Höhe steckengebliebenen Arbeitskorb am Commerzbank-Hochhaus gerettet. Nach Angaben der Feuerwehr war der Fahrkorb aufgrund einer technischen Störung in der Fassade des Hochhauses an der Großen Gallusstraße liegen geblieben und ließ sich nicht mehr bewegen. Die beiden Arbeiter blieben unverletzt.

Ansicht oben (zur vollen Größe anklicken): Mittels einer Akku-Seilwinde konnten sich die Höhenretter innerhalb kurzer Zeit aus dem Korb heraus noch oben in Sicherheit ziehen. Fotos: Feuerwehr Frankfurt

Zum Einsatz kam der Sonderdienst „Spezielle Rettung aus Höhen und Tiefen" (SRHT), der auf Rettungseinsätze in großen Höhen spezialisiert ist. Die Einsatzkräfte entschieden sich, die beiden Fassadenreiniger mithilfe von Seiltechnik nach oben in Sicherheit zu bringen.
 
 


Durch starke Windböen glitt der Arbeitskorb aus den Führungsschienen und schleuderte bis zu acht Meter von der Fassade weg. Foto: Feuerwehr Frankfurt
 
 
Ausschlaggebend für diese Vorgehensweise waren unter anderem die schwierigen Wetterbedingungen. Starke Windböen erschwerten die Arbeiten erheblich und machten ein Ablassen des Korbes nach unten nach Einschätzung der Experten zu riskant.

Dramatische Situation - Fahrkorb schleudert von der Fassade weg

Während der Rettungsaktion spitzte sich die Lage zusätzlich zu. Durch den starken Wind wurde der in Führungsschienen laufende Fahrkorb aus seiner stabilen Position gedrückt und zeitweise bis zu acht Meter von der Glasfassade weggeschleudert. Anschließend schlug der Korb mehrfach gegen das Gebäude zurück. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich zwei Höhenretter gemeinsam mit den eingeschlossenen Arbeitern im Korb.

Erstmals setzte die Feuerwehr bei einem realen Einsatz eine erst vor Kurzem beschaffte Akku-Seilwinde ein. Mit ihrer Hilfe konnten sich die beiden Höhenretter innerhalb kurzer Zeit aus dem gefährlich schwankenden Fahrkorb nach oben in Sicherheit ziehen lassen. Die Feuerwehr bewertet den Einsatz des neuen Geräts als entscheidenden Beitrag für den erfolgreichen Verlauf der Rettungsaktion.

 

 



Zum Vorteil gereichte den Einsatzkräften, dass sie bereits mehrfach Übungen zur Höhenrettung am Commerzbank-Hochhaus geübt hatten. Foto: Feuerwehr Frankfurt

Nach der Rettung der beiden Fassadenreiniger wurde der weiterhin im Wind schwingende Arbeitskorb später von einem Techniker der Betreiberfirma kontrolliert und sicher auf dem Dach des Hochhauses abgestellt.

Nach Angaben der Feuerwehr profitierte der Einsatz von der langjährigen Zusammenarbeit mit dem Property Management des Gebäudes. Regelmäßige Übungen am Hochhaus hätten dazu geführt, dass die Einsatzkräfte sowohl die örtlichen Gegebenheiten als auch die technischen Einrichtungen genau kannten. Dadurch hätten eingespielte Abläufe ohne Verzögerung umgesetzt werden können.

Bislang höchste Rettung im urbanen Raum

„Der starke Wind hat die Rettungsarbeiten erheblich erschwert. Dank der langjährigen Zusammenarbeit mit dem Objektbetreiber und der regelmäßigen Übungen am Commerzbank-Hochhaus kannten wir die örtlichen Gegebenheiten genau und konnten auf diese außergewöhnliche Einsatzlage vorbereitet reagieren", erklärte Einsatzleiter Fabian Ommert.

Auch aus Sicht von Höhenrettungsexperten war der Einsatz außergewöhnlich. Axel Manz, europaweit anerkannter Ausbilder für Höhenrettung, sprach nach eigenen Angaben von der bislang höchsten Rettung im urbanen Raum in Deutschland.
 
Die Entscheidung, die Arbeiter nach oben zu retten, sei unter den herrschenden Windverhältnissen die einzig sichere gewesen. Ein Ablassen des Fahrkorbs nach unten, wie es bei vergleichbaren Einsätzen häufig praktiziert werde, sei in dieser Situation nicht vertretbar gewesen.
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Quelle: Branddirektion Frankfurt