"Havel's Place" im Metzlerpark eröffnet / Frankfurt ehrt Václav Havel
SACHSENHAUSEN - Zwei Sessel, ein runder Tisch und eine Kastanie: Im Metzlerpark am Frankfurter Museumsufer erinnert nun ein „Havel’s Place“ an den tschechischen Schriftsteller, Bürgerrechtler und früheren Staatspräsidenten Václav Havel. Die dauerhaft angelegte Installation soll zugleich ein Ort für Begegnung, Dialog und demokratischen Austausch sein.
Ansicht oben (zur vollen Größe anklicken): Dauerhafte Installation - bei der Eröffnung des "Havel's Place" im Metzlerpark erinnerten unter anderem Oberbürgermeister Mike Josef und Kulturdezernentin Ina Hartwig an den früheren Staatspräsidenten Havel. Foto: Stadt Frankfurt / Holger Menzel
Eröffnet wurde das Kunstwerk am 5. Oktober, dem Tag, an dem Havel 90 Jahre alt geworden wäre. Oberbürgermeister Mike Josef (SPD) würdigte den einstigen Dissidenten als Beispiel dafür, was der Einsatz für Menschenrechte und Demokratie in einem autoritären Regime bedeute. Havel war nach der Samtenen Revolution 1989 zunächst Präsident der Tschechoslowakei und später der Tschechischen Republik.
Frankfurt verbindet mit Havel eine besondere Geschichte. 1989 erhielt er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Weil die damaligen kommunistischen Behörden seine Ausreise verhinderten, blieb sein Stuhl bei der Preisverleihung in der Paulskirche demonstrativ leer. Die neue Installation greift das Motiv des Stuhls auf – nun allerdings als Einladung, Platz zu nehmen und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Weltweit mehr als 60 Installationen
„Havel’s Place“ besteht aus zwei Holz-Stahl-Sesseln an einem runden Tisch unter einem Baum. Entworfen wurde das Konzept vom tschechischen Architekten und Designer Bořek Šípek, einem langjährigen Freund Havels. Die erste Installation entstand 2013 in Washington. Mittlerweile gibt es weltweit mehr als 60 solcher Orte.
Der Frankfurter Standort liegt zwischen dem Museum Angewandte Kunst und dem Weltkulturen Museum. Die Installation wurde rund um eine Kastanie angelegt und ist ein Gemeinschaftsprojekt der Stadt Frankfurt, der Frankfurter Buchmesse und des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.
Die Eröffnung steht zugleich im Zeichen der Frankfurter Buchmesse: Tschechien ist 2026 Ehrengast. Kulturdezernentin Ina Hartwig bezeichnete Havel als bedeutenden Vertreter der tschechischen Literatur und erinnerte daran, dass er neben seiner politischen Rolle auch Dramatiker und Theaterautor war.
Eine weitere Verbindung besteht über Prag: Havels Geburtsstadt ist seit 1990 Partnerstadt Frankfurts. Auch in anderen Frankfurter Partnerstädten wie Philadelphia und Mailand gibt es bereits einen „Havel’s Place“.
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Quelle: Presse- und Informationsamt Frankfurt;