FRANKFURT - Seit Mittwoch wird wieder geprüft. An den Gymnasien und gymnasialen Oberstufen der Stadt absolvieren in diesen Tagen die Schülerinnen und Schüler die schriftlichen Prüfungen zum Abitur, dem höchsten schulischen Bildungsabschluss. Den Auftakt machten die Leistungskurse der Fächer Politik und Wirtschaft, Geschichte und Musik.
Ansicht oben: Eine symphatische und kreative Tradition ist es, dass vor und an den Schulgebäuden mit bunten Plakaten und flotten Sprüchen den Prüfungsteilnehmern bestenfalls ein letzter Motivationsschub verliehen wird. Fotos: MAXLOK MEDIA
Hessenweit sollen rund 23.700 Schüler und Schülerinnen an den Prüfungen teilnehmen, die nicht nur an den Gymnasien, sondern auch an Schulen für Erwachsene und an beruflichen Gymnasien angeboten werden. Die schriftlichen Arbeiten der verschiedenen Prüfungsfächer verteilen sich nach Angaben des hessichen Kultusministerium auf die Tage bis zum 8. Mai. Danach werden mit etwas Abstand die mündlichen Prüfungen anschließen.
Eine Zeit der besonderen Momente
Für die Schülerschaft ist die letzte entscheidende Phase der Oberstufe nicht nur eine besonders aufregende und anstrendgende Zeit, sondern zugleich eine Zeit der unvergesslichen Ereignisse, an die man sich noch Jahre und Jahrzehnte später erinnert oder erinnert wird. Dazu zählen nicht nur die Wochen und Monate der Vorbereitungen auf die Prüfungen, sondern auch die mit dem Abitur verbundenen feierlichen Anlässe, an denen in der Regel nicht nur die Abiturienten, sondern auch Eltern und Großeltern teilhaben.
"Das schaffst Du im Schlaf"
Zur Tradition geworden ist es, dass die Prüflinge beim Betreten der Schulgebäude mit sogenannten Abi-Plakaten begrüßt werden. Mit künstlerisch gestalteten Motiven und flotten Sprüchen sollen die Schüler und Schülerinnen einen letzten Motivationsschub erhalten, bevor sie in ihre Prüfungen gehen. "Lotti - Du löst jede Formel und jedes Problem", "Ahoi Anna - auf zu neuen Ufern! Deine Crew glaubt an Dich" oder "Das schaffst Du im Schlaf" steht so etwa an den Schulgebäuden zu lesen.
Die Plakatgestalter, zu denen in der Regel die Eltern zählen, scheuen dabei keine Mühen und mittlerweile auch keine Kosten. So weichen die ursprünglich meist selbst - und eher improvisiert - mit Pinsel und Farbe gestaltete Plakate und Stoffbanner, zunehmend professionell gestalteten und gedruckten Werbebannern aus wetterfesten Materialien. Im Internet finden sich hierfür ettliche Anbieter, bei denen - je nach Größe des Motivs - bis zu hundert Euro berappt werden können.
Eltern konkurrieren um die besten Plätze
Mit Beginn der Prüfungen zieren die vielen bunten Banner dann die Zäune, Wände und Fenster der Schulen. Meist geben diese zum Aufhängen der Abi-Plakate einen festen Zeitraum vor. Um einen möglichst gut sichtbaren Hängeplatz zu ergattern, scheuen manche Eltern es auch nicht, möglichst früh am Morgen oder gar schon um Mitternacht an der Schule zu erscheinen, um das Plakat an prominenter Stelle anzubringen.
Um diesen Wettbewerb der Eltern in geregelte Bahnen zu lenken, sind manche Schulen dazu übergegangen, die erlaubten Hängeplätze am Schulgebäude und auf dem Schulgelände zu nummerieren und per Los an die Eltern zu verteilen.
Eine symphatische und emotionale Aktion der Angehörigen der Prüflinge ist es aber unbestritten. Davon kann sich ein jeder selbst überzeugen, der in diesen Tagen an einem Gymnasium entlanggeht und dort flotte Reime lesen und kreative Bilder sehen kann - die durchaus auch persönliche Besonderheiten oder Pläne der Schüler und Schülerinnen preisgeben - wie etwa: "Lara macht Abitur mit Bravour, und geht dann in Argentinien auf Tour." Dahingestellt bleibt, ob die motivierenden Sprüche wirken.
MAXLOK-Hintergrund
- Die Durchschnittsnote in Hessen lag nach Angaben des Deutschen Schulportals im vergangenen Jahr bei 2,26. Im Jahr zuvor sei der Durchschnitt 2,27 gewesen.
- Um die Vergleichbarkeit des Abiturs bundesweit zu verbessern, werden die Prüfungsaufgaben in einzelnen Fächern von allen Bundesländern aus einem gemeinsamen Aufgabenpool entnommen.
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