Meister der Komischen Kunst stirbt mit 97 Jahren
FRANKFURT - Die Stadt trauert um Hans Traxler: Der Zeichner, Maler, Autor und Satiriker ist am Montag, 24. August, im Alter von 97 Jahren in Frankfurt gestorben. Das teilte die Stadt im Namen seiner Familie mit. Traxler gehörte zu den prägenden Köpfen der Neuen Frankfurter Schule und zu den bedeutendsten Vertretern der Komischen Kunst in Deutschland.
Ansicht oben (zur vollen Größe anklicken): Hans Traxler vor dem Elch, das Wahrzeichen des Caricatura Museums. Foto: Britta Frenz / CMF
„Wir verlieren einen großen Künstler und eine außergewöhnliche Persönlichkeit“, würdigte Oberbürgermeister Mike Josef den Wahlfrankfurter. Traxlers kreatives Wirken habe weit über die Stadt hinaus Spuren hinterlassen und die deutsche Komiklandschaft entscheidend geprägt.
"Pardon" und "Titanic"
Geboren wurde Hans Traxler am 21. Mai 1929 in Herrlich in Böhmen. Ab 1951 studierte er vier Jahre an der Frankfurter Städelschule. Bereits mit 17 Jahren hatte er seine erste Karikatur verkauft. 1962 gehörte Traxler zu den Gründern des Satiremagazins „Pardon“, 1979 war er an der Gründung der „Titanic“ beteiligt. Gemeinsam mit F. W. Bernstein, Bernd Eilert, Robert Gernhardt, Eckhard Henscheid, Pit Knorr, Chlodwig Poth und F. K. Waechter bildete er die Neue Frankfurter Schule. Die Gruppe machte Frankfurt zu einem Zentrum der deutschen Satire und beeinflusste das Verständnis von Komik nachhaltig.
Zu Traxlers bekanntesten Arbeiten zählt die Wissenschaftsparodie „Die Wahrheit über Hänsel und Gretel“ von 1963. Politische Wirkung entfalteten insbesondere seine Zeichnungen von Bundeskanzler Helmut Kohl als „Birne“. 1982 erschien gemeinsam mit Pit Knorr „Birne – das Buch zum Kanzler“. Traxler arbeitete zudem unter anderem für das Zeit-Magazin sowie Magazine von FAZ und Süddeutscher Zeitung.
ICH-Denkmal im Grüngürtel
Auch im Frankfurter Stadtbild hat der Künstler Spuren hinterlassen. Für die Neue Frankfurter Schule setzte er F. W. Bernsteins berühmten Elch-Zweizeiler zeichnerisch um. Der Elch wurde zum Wahrzeichen des Caricatura Museums. 2005 schenkte Traxler Frankfurt zudem das ICH-Denkmal im Grüngürtel: Auf den Sandsteinsockel kann sich jeder selbst stellen und damit zum Denkmal werden.
Die Stadt würdigte Traxler mit der Goethe-Plakette. 2024 beschloss Frankfurt zudem den Ankauf eines großen Teils seines Lebenswerks für das Caricatura Museum: Das Konvolut umfasst 1793 Originale und 240 Skizzen; Traxler ergänzte es durch eine Schenkung von rund 500 Drucken.
Bis ins hohe Alter arbeitete Traxler weiter. Noch 2024 erschien „Wie die Malerei verschwand. Eine Kunstgeschichte“. 2025 folgten unter anderem „Eine Ode an den Ammersee“ und eine Sammlung seiner Bildgedichte.
Frankfurt kulturell mitgeprägt
Kulturdezernentin Ina Hartwig würdigte Traxler als einen der herausragenden Künstler der Komischen Kunst, dessen Werk „weit über die Gegenwart hinaus Bestand haben“ werde. Stadtverordnetenvorsteherin Claudia Korenke erinnerte besonders an seinen warmen, zugleich spitzen Humor. Traxler habe Frankfurt über Jahrzehnte kulturell mitgeprägt und der Stadt weit über ihre Grenzen hinaus eine eigene humorvolle Stimme gegeben.
Traxlers Werk ist in Frankfurt weiterhin unmittelbar präsent. In der derzeitigen Sammlungsausstellung des Caricatura Museum Frankfurt werden Arbeiten von ihm gezeigt. Das Museum bezeichnet die Neue Frankfurter Schule als eine der prägendsten Gruppen der deutschen Gegenwartskomik.
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MAXLOK-Fakten
- Geboren: 21. Mai 1929 in Herrlich, Böhmen
- Gestorben: 24. August 2026 in Frankfurt am Main
- Alter: 97 Jahre
- Beruf: Zeichner, Maler, Illustrator, Satiriker und Autor
- Frankfurt: Studium an der Städelschule ab 1951; später Wahlfrankfurter
- Magazine: Mitgründer von „Pardon“ (1962) und „Titanic“ (1979)
- Künstlergruppe: Neue Frankfurter Schule
- Bekannte Werke: „Die Wahrheit über Hänsel und Gretel“, „Birne – das Buch zum Kanzler“, „Aus dem Leben der Gummibärchen“
- In Frankfurt: ICH-Denkmal im Grüngürtel; Elch als Wahrzeichen des Caricatura Museums
- Auszeichnung: unter anderem Goethe-Plakette der Stadt Frankfurt
- Aktuell: Arbeiten Traxlers sind derzeit in der Sammlungsausstellung des Caricatura Museums zu sehen.
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Quellen: Presse- und Informationsamt Frankfurt; Caricatura Museum Frankfurt;