Diese Projekte stärken die Nachbarschaft im Quartier

09.09.2026
MAXLOK-Redaktion


Frankfurt zeichnet sechs Projekte mit dem Nachbarschaftspreis aus / 64 Bewerbungen in der Auswahl

FRANKFURT - Spielen am Ben-Gurion-Ring, gemeinsam Fußball gegen Antisemitismus und Ausgrenzung, Nachhilfe für Kinder oder ein Lerngarten in Unterliederbach: Die Stadt Frankfurt hat sechs Initiativen mit dem Nachbarschaftspreis 2026 ausgezeichnet. Insgesamt hatten sich 64 Projekte um die Auszeichnung beworben. Der mit insgesamt 5.000 Euro dotierte Preis wurde zum 26. Mal vergeben.

Ansicht oben (zur vollen Größe anklicken): Sozialdezernentin Elke Voitl mit den Bewerbern und Preisträgern des Nachbarschaftspreises 2026. Foto: Stadt Frankfurt / Jugend- und Sozialamt

Der Preis ist im Gesellschaftshaus des Palmengartens verliehen worden. Ausgezeichnet wurden Projekte, die sich für Zusammenhalt, gesellschaftliche Teilhabe und ein gutes Miteinander in den Frankfurter Stadtteilen einsetzen.

In der Kategorie „Kultur vor Ort“ überzeugte das Projekt „Gemeinschaft durch Spiele – Eine Ludothek für den Ben-Gurion-Ring“. Mehr als 500 Spiele stehen dort zur Verfügung. An zwei Tagen pro Woche kommen Menschen unterschiedlicher Generationen und Kulturen zusammen.
 

Demokratie leben im Quartier

Einen ernsten Hintergrund hat der Gewinner der Kategorie „Demokratie leben im Quartier“. Der „Bolzplatz-Kick gegen Hass und Hetze“ entstand, nachdem jüdische Kinder und Jugendliche auf einem Bolzplatz angegriffen worden waren. Eltern, TuS Makkabi und das Quartiersmanagement Preungesheim organisierten daraufhin einen regelmäßigen Fußballtreff. Kinder unterschiedlicher Herkunft und Religion sollen dort gemeinsam und ohne Ausgrenzung spielen können.
 
Gleich zwei Auszeichnungen gab es in der Kategorie „Nachbar für Nachbar“. Die Stadtteilläuferinnen des Quartiersmanagements Eckenheim sind zweimal wöchentlich im Stadtteil unterwegs. Sie suchen das Gespräch mit Bewohnern und vermitteln bei Bedarf Kontakte zu Beratungs-, Bildungs- und Hilfsangeboten. Das Projekt „Suppenteller“ wiederum lädt seit fünf Jahren jeden Donnerstag Menschen am Ben-Gurion-Ring zum gemeinsamen Essen und Austausch ein.
 
Nach Unterliederbach ging der Preis in der Kategorie „Schöner, Bunter, Nachhaltiger“. Dort ist seit 2021 mit dem „Permakultur-Lerngarten Unterliederbach“ aus einer zuvor wenig attraktiven Fläche ein grüner Lern- und Begegnungsort entstanden. Kinder und Erwachsene können dort Natur erleben und gemeinsam Verantwortung für ihr Umfeld übernehmen.
 

Nachhilfe Wohnwagenplatz geehrt

Als Sieger in der Kategorie „Gemeinsam lernen im Quartier“ wurde die „Nachhilfe Wohnwagenplatz“ geehrt. Ehrenamtliche unterstützen Kinder an der Bonameser Straße bei Hausaufgaben und beim Lernen und wollen ihnen damit bessere Bildungschancen eröffnen.

Zusätzlich vergab die Stadt sechs Anerkennungspreise. Sie gingen an „ES Elsterblätche“, die „Rödelheimer Musiknacht – Musik am Fluss“, die „AG Gedenkort Kostheimer Straße 9“, den „Nachbarschaftsverein Gude Leut“, den „Nachbarschaftsverein Pavillon am Sommerhoffpark“ und das „Digitale Lernangebot für Senior“.
 

Voraussetzungen schaffen für gute Initiativen

Sozialdezernentin Elke Voitl betonte bei der Preisverleihung die Bedeutung einer funktionierenden sozialen Infrastruktur. Die Stadt wolle nicht vorgeben, welche Ideen in einem Quartier entstehen, sondern Voraussetzungen schaffen, damit gute Initiativen Unterstützung und einen Ort finden. Jugend- und Sozialamtsleiterin Nanine Delmas verwies zudem auf die Arbeit der Quartiersmanager, die das soziale Miteinander in den Stadtteilen stärkten.
 
Der Nachbarschaftspreis wird seit 26 Jahren vergeben. Die diesjährigen 64 Bewerbungen zeigen nach Ansicht der Stadt die Bandbreite des ehrenamtlichen und nachbarschaftlichen Engagements in Frankfurt.
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Quelle: Presse- und Informationsamt Frankfurt;