Sieben Jahre prägende Arbeit an der Spitze des Frankfurter Kulturamts
FRANKFURT - Nach mehr als sieben Jahren an der Spitze des Frankfurter Kulturamts geht Sybille Linke in den Ruhestand. Seit dem 1. Februar 2019 prägte sie die Arbeit der Behörde und setzte während ihrer Amtszeit mehrere wichtige kulturpolitische Schwerpunkte. Kultur- und Wissenschaftsdezernentin Ina Hartwig würdigte Linkes Arbeit und sprach ihr Dank für die „hervorragende Arbeit" und ihr großes Engagement aus.
Ansicht oben (zur vollen Größe anklicken): Sieben Jahre leitete Sybille Linke das Frankfurter Kulturamt - nun geht sie in den Ruhestand. Foto: Stadt Frankfurt / Stefanie Kösling
Besonders hob Hartwig drei zentrale Themen der vergangenen Jahre hervor: den Umgang mit der Corona-Pandemie, die Weiterentwicklung des Caricatura Museums Frankfurt sowie die Erarbeitung des Kulturentwicklungsplans (KEP). Diese Projekte seien nachhaltige Beiträge für die kulturelle Entwicklung der Stadt.
Linke übernahm die Leitung des Kulturamts kurz vor einer der größten Herausforderungen für den Kulturbereich: dem Ausbruch der Corona-Pandemie im Jahr 2020. Innerhalb kurzer Zeit mussten Lösungen für eine Kulturlandschaft gefunden werden, die durch abgesagte Veranstaltungen, geschlossene Einrichtungen und fehlende Einnahmen massiv unter Druck geraten war. Gemeinsam mit dem Kulturdezernat wurden Unterstützungsangebote insbesondere für die freie Kulturszene entwickelt. Ein Hilfsfonds sollte Kulturschaffenden in der Ausnahmesituation Unterstützung bieten.
Caricatura Museum Frankfurt entwickelt
Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Amtszeit war die Entwicklung des Caricatura Museums Frankfurt – Museum für Komische Kunst. Das Haus wurde aus der Struktur des Historischen Museums herausgelöst und zu einem eigenständigen Museum weiterentwickelt. Dadurch erhielt die Einrichtung größere Möglichkeiten, ein eigenes Profil aufzubauen. Heute zählt das Museum zu den etablierten Kulturorten der Stadt und wird von Martin Sonntag geleitet.
Als bedeutendstes Projekt ihrer Amtszeit gilt der Frankfurter Kulturentwicklungsplan (KEP). Zwischen 2021 und 2025 wurde dieser in einem umfangreichen Beteiligungsprozess erarbeitet. Vertreterinnen und Vertreter aus Kultureinrichtungen, der freien Szene, Fachkreisen und der Öffentlichkeit entwickelten gemeinsam Leitlinien, Handlungsfelder und konkrete Maßnahmen für die Zukunft der Frankfurter Kultur.
Der KEP bildet den strategischen Rahmen für die weitere Entwicklung der Kulturlandschaft. Im Mittelpunkt stehen unter anderem eine bessere kulturelle Teilhabe der vielfältigen Stadtgesellschaft, die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung sowie die Verbesserung der Arbeitsbedingungen für freie Kulturschaffende.
Abschied in der Naxoshalle
Bereits Anfang Juni wurde Linke in der Naxoshalle offiziell verabschiedet. Zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Kultur, Verwaltung und den Frankfurter Einrichtungen kamen zusammen, um ihre Arbeit zu würdigen. Neben persönlichen Reden gab es musikalische und künstlerische Beiträge.
Linke selbst blickte mit Dankbarkeit auf ihre Amtszeit zurück. Die Zusammenarbeit mit dem Kulturamt, dem Dezernat, den Museen und der Kulturszene sei bereichernd und inspirierend gewesen. Gleichzeitig freue sie sich auf mehr private Zeit, Reisen und neue Interessen.
Die Nachfolge für die Leitung des Kulturamts ist bislang noch nicht ausgeschrieben. Das Verfahren soll zeitnah beginnen. Bis dahin wird die Behörde von den stellvertretenden Leitern Johannes Promnitz und Benjamin Lehner kommissarisch geführt.
Zur Person:
Sybille Linke wurde 1960 in Itzehoe geboren. Nach einem Studium der Theaterwissenschaft, Germanistik und Anglistik arbeitete sie zunächst als Regieassistentin und freie Regisseurin. Später war sie unter anderem Programmleitende Geschäftsführerin des Programms „Kulturagenten für kreative Schulen" und leitete von 2015 bis 2019 den Fachbereich Kultur der Stadt Würzburg. 2019 übernahm sie die Leitung des Frankfurter Kulturamts.
MAXLOK-Fakten:
- Amtszeit: Nach sieben Jahren an der Spitze des Frankfurter Kulturamts geht Sybille Linke in den Ruhestand.
- Übergangsleitung: Johannes Promnitz und Benjamin Lehner (kommissarisch)
- Nachfolge: Stelle der Kulturamtsleitung wird zeitnah ausgeschrieben
- Wichtige Projekte von Sybille Linke: Corona-Hilfen für die freie Kulturszene; Entwicklung des Caricatura Museums Frankfurt; Erarbeitung des Kulturentwicklungsplans (KEP) 2021–2025
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Quellen: Presse- und Informationsamt Frankfurt; Kulturdezernat;