Beate Brink ist als Ortsvorsteherin des für die Stadtteile Fechenheim, Riederwald, Seckbach zuständigen Ortsbeiats 11 mehrheitlich bestätigt worden. In der konstituierenden Sitzung des Stadtteilparlaments am Montagabend hat die Grünen-Politikerin Brink als einzige Kandidatin für das Amt kandidiert. Sie erhielt in geheimer Wahl von 18 abgegebenen Stimmen insgesamt 14 Ja-Stimmen und zwei Nein-Stimmen, zwei Stimmen waren ungültig. Dem Ortsbeirat gehören 19 Ortsvertreter an; Thomas Dorn (Grüne) war jedoch abwesend.
Brink wohnt nach eigenen Angaben seit 15 Jahren in Seckbach. Nach Frankfurt kam die 1970 in Wuppertal geborene Brink vor 28 Jahren. Die Mutter zweier Kinder hat Volkswirtschaftslehre in Kiel und Berlin studiert und arbeitet als IT-Managerin.
In der vergangenen Wahlperiode hatte Brink bereits erste Erfahrungen in der Rolle als Ortsvorsteherin sammeln können. Sie selbst nannte es in ihrer Bewerbungsrede in der konstituierenden Sitzung "eine Probezeit". Brink war Werner Skrypalle ins Amt gefolgt, der im September vergangenes Jahr gestorben ist. Sozialdemokrat Skrypalle hatte seit 2011 dem Ortsbeirat vorgesessen. Skrypalle war bekannt dafür, dass er die Sitzungen des Stadtteilparlaments unaufgeregt führte; er gab den Bürgern ausreichend Zeit, ihre Anliegen zu erläutern. Brink kündigte nunmehr eine "zielführende Moderation" der Sitzungen an.
AfD erzielt im Ortsbezirk 11 ihr stadtweit zweithöchstes Ergebnis
Der für die östlichen Stadtteile zuständige Ortsbeirat galt viele Jahre als SPD-Hochburg, in dem die Sozialdemokraten in der Regel ihr stadtweit bestes Ergebnis erzielten. Bei der jüngsten Kommunalwahl verzeichnete die SPD jedoch einen empfindlichen Verlust von 3,1 Prozentpunkten - was sie einen Sitz im Ortsbeirat kostete (siehe jeweils die interaktiven MAXLOK-Grafiken). Der Stimmenschwund dürfte auch auf das Erstarken der AfD im Ortsbezirk zurückzuführen sein, die aus dem Stand 10,7 Prozent erzielte und somit zwei Sitze beansprucht. Es ist das stadtweit zweithöchste Ergebnis der AfD - nur im Ortsbeirat 6 (westliche Stadtteile) erzielte die Partei ein noch höheres Ergebnis.
Einen Stimmenzuwachs im Ortsbeirat 11 konnte auch die CDU-Fraktion mit einem Plus von 1,5 Prozentpunkten verzeichnen. Mit 23,5 Prozent und fünf Mandaten sind die Christdemokraten nunmehr im Gremium die stärkste Kraft. Sie verzichteten jedoch darauf, auf die demokratische Gepflogenheit zu pochen, nach der die stärkste Fraktion auch den Ortsvorsteher stellen darf.
CDU-Mitglied Birgit Busold, die aus den Reihen der anderen Fraktionen für das Amt der Ortsvorsteherin vorgeschlagen worden war, verzichtete hier auf eine Kandidatur. Sie begründete dies später mit ihrer selbstständigen Tätigkeit, die ihr für so ein Amt keine Zeit lassen würde.
CDU-Frau als stellvertretende Ortsvorsteherin
Die 60 Jahre alte Busold kandidierte jedoch für das Amt der stellvertretenden Ortsvorsteherin - weil sie hier nach eigenen Angaben gerne unterstützend tätig ist. Ihre Kandidatur wurde in geheimer Wahl, bei 18 abgegebenen Stimmen, von 15 Ortsvertretern befürwortet. Zwei stimmten mit Nein und eine Stimme war ungültig. Busold, die nunmehr in der fünften Wahlperiode dem Stadtteilgremium angehört, erhielt somit ein besseres Ergebnis als Brink.
Dem Ortsbeirat 11 gehören insgesamt sechs Fraktionen an. Diese sind neben CDU, SPD, Grünen und AfD auch die Linke und die BFF. Für alle Parteien dürfte der künftige Umgang mit der AfD im Ortsbeirat wohl zur Herausforderung werden. Der Fraktionsvorsitzende der Linken, Stefan Klee, der dem Ortsbeirat die längste Zeit angehört und somit gemäß der Hessischen Gemeindeordnung die Ortsvorsteherwahl leiten durfte, kündigte unter großem Applaus der zahlreich erschienenen Bürger an, mit der AfD "keine gemeinsame Sache" machen zu wollen.
MAXLOK-Service
Die nächste Sitzung des Ortsbeirats 11 (Fechenheim, Riederwald, Seckbach) findet voraussichtlich am Montag, 8. Juni, um 19.30 Uhr, im Hufeland-Haus, Wilhelmshöher Straße 34 (Cafeteria), statt.
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