Neuer Kulturort in der Innenstadt / Magistrat beschließt Umbau
INNENSTADT - Die Frankfurter Musikschule soll einen neuen dauerhaften Standort im Herzen der Innenstadt erhalten. Der Magistrat hat dem Umbau und der Anmietung des Gebäudekomplexes in der Stiftstraße 8–10 sowie der Brönnerstraße 5–9 zugestimmt. Noch ausstehend ist die Zustimmung der Stadtverordnetenversammlung. Geplant ist ein Umzug der Musikschule an die Zeil in ein Gebäude mit langer musikalischer Geschichte.
Ansicht oben: Der Magistrat hat für die Frankfurter Musikschule eine neue Standort-Komposition entwickelt. Foto: MAXLOK MEDIA
Bildungs- und Baudezernentin Sylvia Weber bezeichnete die Entscheidung als wichtigen Schritt für die Zukunft der Einrichtung. Die Musikschule erhalte damit erstmals einen festen Standort, an dem sie ihr Angebot langfristig weiterentwickeln könne. Zugleich entstehe ein offener und inklusiver Kultur- und Bildungsort mitten in der Innenstadt. Die Stadt wolle damit auch ein Zeichen für die kulturelle Belebung der Frankfurter City setzen.
Historischer Ort der Musikszene
Das Gebäude selbst gilt als traditionsreicher Ort der Musikszene. In den 1950er Jahren befand sich dort der bekannte Jazzclub „Storyville", in dem internationale Künstler wie Bill Haley, Nina Simone, Etta James, Albert und Emil Mangelsdorff sowie Louis Armstrong auftraten. Später waren dort unter anderem der „Sinkkasten" und das „Zoom" untergebracht. Nach den Vorstellungen der Stadt soll diese musikalische Tradition nun mit der Musikschule fortgeführt werden.
Ansicht oben: Unweit der Zeil ist die Liegenschaft Stiftstraße 8-10 gelegen, der Gebäudekomplex reicht bis zur benachbarten Brönnerstraße 5-9. Grafik: MAXLOK INFO
Für die Musikschule bedeutet der Umzug vor allem eine deutliche Verbesserung der räumlichen Situation. Die bisherigen Räume in der Schirn galten seit Jahren als zu klein. Nach Angaben der Stadt erschwerten die beengten Verhältnisse insbesondere Gruppenangebote, Ensemble- und Bandprojekte sowie digitale Musikproduktionen. Auch kreative Projekte und Kooperationen hätten nur eingeschränkt umgesetzt werden können. Zudem habe die Einrichtung ihre Wartelisten kaum abbauen können.
Befristeter Standort in den Kornmarktarkaden
Derzeit ist die Musikschule in den Kornmarktarkaden untergebracht. Dort stehen zwar bereits mehr Flächen zur Verfügung, der Standort ist jedoch nur als Zwischenlösung vorgesehen. Der Mietvertrag läuft im Sommer 2026 aus und kann nur begrenzt verlängert werden.
Mit dem neuen Standort soll nun ein flexibles Raumkonzept entstehen. Vorgesehen sind zusätzliche Proben- und Unterrichtsräume sowie ein eigener Konzertsaal für Veranstaltungen. Dadurch sollen neue Programme und Kooperationen in unterschiedlichen Musikrichtungen möglich werden. Die Musikschule sieht darin die Chance, sich stärker als zentraler Musik- und Begegnungsort für die Stadtgesellschaft zu etablieren.
Der Gebäudekomplex ist derzeit vollständig entkernt. Der Eigentümer will die ersten fünf Stockwerke für die Nutzung durch die Musikschule ausbauen. Geplant sind unter anderem Maßnahmen zur Barrierefreiheit, Verbesserungen bei Akustik und Gebäudetechnik sowie weitere Modernisierungen. Die Umbauten sollen im Rahmen der städtischen „Initiative Innenstadt" mit einem Investitionskostenzuschuss gefördert werden.
Der Standort hat großes Potential
Auch von Seiten der Musikschule wird die Entscheidung begrüßt. Direktor Mathias Metzner sprach von einem wichtigen Meilenstein für die zentrale Verortung der Einrichtung. Das Gebäude habe das Potenzial, zu einem wichtigen Ort für Musik, Proben, Konzerte und Begegnungen in Frankfurt zu werden.
Der Eigentümer, CLL Real Estate Partners, sieht in der Musikschule eine langfristige und gesellschaftlich bedeutende Nutzerin. Das Ziel sei ein nachhaltiger Standort, der sowohl den technischen Anforderungen als auch der kulturellen Bedeutung der Einrichtung gerecht werde.
MAXLOK-Fakten
- Die Frankfurter Musikschule soll dauerhaft in die Stiftstraße 8–10 und Brönnerstraße 5–9 an der Zeil ziehen.
- Der Magistrat hat Umbau und Anmietung beschlossen, die Zustimmung der Stadtverordnetenversammlung steht noch aus.
- Das Gebäude mit historischer Musiktradition wird umfassend modernisiert und barrierefrei ausgebaut.
- Die neuen Räume sollen mehr Angebote, Konzerte, Kooperationen und den Abbau von Wartelisten ermöglichen.
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Quelle: Presse- und Informationsamt Frankfurt; Dezernat für Bildung, Immobilien und Neues Bauen