NORDEND - Es ist ein zarter Neubeginn - aber er ist überfällig. Der Merianplatz, auf dem vor rund einem Jahr zwei stattliche Platanen einem Giftanschlag zum Opfer gefallen sind und letztlich gefällt werden mussten, ist nun wieder mit Bäumen bepflanzt. Acht Exemplare, mit noch schmalen Stämmen und jeweils nur wenige Meter hoch, sind über den Quartiersplatz an der Berger Straße verteilt in neue Pflanzbeete gesetzt worden.
Die dafür notwendigen Bauarbeiten auf dem Merianplatz im Stadtteil Nordend sind nun beendet. Zusätzlich zu den gepflanzten Jungbäumen wurden Grünflächen geschaffen und der Platz klimaangepasst umgebaut. Bei der offiziellen Freigabe am Mittwoch betonten Klimadezernentin Tina Zapf-Rodríguez und Mobilitätsdezernent Wolfgang Siefert die Bedeutung der Neugestaltung für Aufenthaltsqualität und Stadtklima.
Direkte Ersatzpflanzungen waren nicht möglich
Ansicht oben: Die Rückseite des ehemaligen Merianbades, das seit vielen Jahren und zu großen Teilen eine gastronomische Nutzung beherbergt. Der unmittelbar benachbarte Spielplatz des Merianplatzes war lange von Bauzäunen umgeben. Die Arbeiten für die Pflanzräume der Bäume gestalteten sich umfangreicher, weil man im Untergrund auf ungeahnte Leitungen gestoßen war. Foto: MAXLOK MEDIA
Für die neuen Bäume entstanden großzügige unterirdische Wurzelräume. Obwohl oberirdisch nur rund 60 Quadratmeter offene Fläche sichtbar sind, steht den Bäumen unter der Pflasterung deutlich mehr Raum zum Wachsen zur Verfügung. Insgesamt wurden etwa 120 Quadratmeter entsiegelt.
Regenwasser kann dadurch besser versickern, zugleich wird die Belüftung des Bodens verbessert. Die neu angelegten Grünflächen orientieren sich in ihrer Form an den Linien des bestehenden Pflasters und prägen das Erscheinungsbild des Platzes neu.
Auch insektenfreundliche Stauden gepflanzt
Sechs der acht Baumbeete wurden von Auszubildenden des Grünflächenamts mit insektenfreundlichen Stauden bepflanzt. Dazu zählen unter anderem Steppensalbei, Bergminze, Sonnenhut und Büschel-Federgras. Zwei weitere Beete wurden wegen ihrer Nähe zum Spielplatz mit einer wasserdurchlässigen Gesteinsschicht versehen.
Während der Bauarbeiten kam es mehrfach zu Verzögerungen. Im Boden entdeckte Metallfunde stellten sich zwar nicht als Kampfmittel, sondern vermutlich als rund hundert Jahre alte Wasserleitungen heraus. Wegen zahlreicher weiterer Versorgungsleitungen musste jedoch in mehreren Bereichen besonders vorsichtig gearbeitet werden.
Skulptur soll an vergiftete Bäume erinnern
Die Vergiftung der beiden alten Platanen hatte im vergangenen Jahr weit über das Nordend hinaus für Bestürzung gesorgt. Die Stadt kündigte nun an, dauerhaft an die zerstörten Bäume erinnern zu wollen. Geplant ist eine symbolische Skulptur. Der für das Nordend zuständige Ortsbeirat 3 hat einem entsprechenden Vorschlag bereits zugestimmt. Über Gestaltung und Standort wird derzeit noch beraten.
Die Kosten für die Begrünung werden teilweise über Bundesmittel aus dem Förderprogramm „Natürlicher Klimaschutz in Kommunen" finanziert.
MAXLOK-Fakten
- Der Merianplatz wurde nach der Vergiftung zweier Platanen umfassend neu begrünt und offiziell wieder eröffnet.
- Acht klimaangepasste Bäume sowie neue Grün- und Staudenflächen sollen das Stadtklima verbessern und die Biodiversität stärken.
- Insgesamt wurden rund 120 Quadratmeter Fläche entsiegelt, um bessere Wachstumsbedingungen und mehr Regenwasserversickerung zu schaffen.
- Zur Erinnerung an die zerstörten Platanen plant die Stadt eine symbolische Skulptur auf dem Merianplatz.
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