Kleedreieck in Fechenheim soll zum Jugendtreff und grüner werden

11.08.2026
Von Bernd Günther


Nach jahrelangem Stillstand:  Stadt will Grundstück am Ortseingang aufwerten
 
FECHENHEIM - Am Kleedreieck am Ortseingang von Fechenheim soll sich nach jahrelangen Diskussionen um die Zukunft des Areals nun konkret etwas tun. Die Stadt will den dortigen Pavillon aus dem Jahr 1956 grundlegend sanieren und künftig für die Kinder- und Jugendarbeit nutzen lassen. Gleichzeitig sollen die Grün- und Platzflächen aufgewertet, teilweise entsiegelt und neu gestaltet werden. Vertreter mehrerer städtischer Ämter stellten die Planung jetzt in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats 11 (Fechenheim, Riederwald, Seckbach) vor.
 
Ansicht oben (zur vollen Größe anklicken): Das sogenannte Kleedreieck am Eingang nach Fechenheim. Der blaue Pavillon (links im Bild) soll künftig von der Kommunalen Kinder- und Jugendarbeit genutzt werden können. Foto: MAXLOK MEDIA
 
Das Projekt soll als letzte Maßnahme des Bund-Länder-Förderprogramms für das Gebiet umgesetzt werden, kündigte Heike Kuhn vom Stadtplanungsamt an. Eigentlich hätte die Schlussabrechnung des Programms bereits Ende 2025 erfolgen sollen. Da noch Fördermittel zur Verfügung stehen, hat die Stadt eine Verlängerung beantragt. Viel Zeit bleibt allerdings nicht: Als Frist wurde in der Sitzung der 31. Oktober genannt.
 
Im Mittelpunkt steht der frühere Verkaufspavillon am Kleedreieck. Das Gebäude von 1956 gilt nach Angaben der Stadt als erhaltenswert. Es soll vollständig entkernt und technisch wie energetisch saniert werden. Alte Heizungs-, Elektro-, Wasser- und Abwasserinstallationen werden entfernt, Dach, Decke und Fassade gedämmt und einfach verglaste Fenster durch Dreifachverglasung ersetzt. Auch der Kanalanschluss muss erneuert werden. Die bisherige Gasversorgung soll stillgelegt und eine Wärmepumpe eingebaut werden. Eine Photovoltaikanlage ist nach Angaben der Planer aus statischen Gründen nicht möglich.
 
Zudem wird das Gebäude barrierefrei erschlossen. Vorgesehen sind eine Rampe und eine barrierefreie Toilette. Für die Planung hat die Stadt das Frankfurter Architekturbüro Kaluza + Partner beauftragt.
 

Treffpunkt für Jugendliche

Künftiger Nutzer soll die Kommunale Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Frankfurt sein, die bereits im Alten Rathaus an der Pfortenstraße in Fechenheim ein Einrichtung für Kinder und Jugendliche betreibt. Dessen Leiter Michael Rosin zeigte sich im Ortsbeirat über den möglichen weiteren Standort sehr glücklich, weil er besser erreichbar und sichtbar sei. Geplant sei vor allem ein niedrigschwelliger Treffpunkt für Jugendliche zwischen 14 und 21 Jahren. Sie sollen dort einen geschützten Aufenthalts- und Rückzugsort erhalten. Vorgesehen seien außerdem pädagogische Angebote und kostenlose Workshops, sagte Rosin.
 
 
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Die Vertreterin des Planungsamtes stellte klar, dass gewerbliche Nutzungen - wie etwa die Einrichtung eines Cafés - nicht möglich seien, da der  Umbau des Pavillons mit Fördermitteln finanziert werde, deren Vergabe streng an eine künftige gemeinnützige Nutzung gebunden gewesen sei.
 
Zusätzlich könnten die Räume aber anderen gemeinnützigen Akteuren etwa aus Jugendberufshilfe, Quartiersmanagement, Schulsozialarbeit und Stadtteilarbeit zur Verfügung stehen, schlug Rosin vor. Damit soll der Standort auch zur stärkeren Vernetzung der Einrichtungen in Fechenheim beitragen. Zusätzliches Personal erhält die Kinder- und Jugendhilfe für den neuen Standort nach Angaben eines Sprechers der Einrichtung nicht. Veranstaltungen und Angebote sollen spätestens um 22 Uhr enden.
 

Mehr Bäume und Sträucher

Auch rund um den Pavillon soll sich das Kleedreieck verändern. Teile der bislang regelmäßig gemähten Rasenflächen würden in Wiesen umgewandelt, neue Bäume und Sträucher sollen hinzukommen, sagte Jürgen Burkert vom Grünflächenamt. Einzelne Baumstandorte sollen zu größeren Grünstreifen verbunden werden. Ein Teil der befestigten Fläche werde entsiegelt und begrünt. Dort bislang illegal abgestellte Autos sollen verschwinden. Der regelmäßig stationierte Hähnchen-Verkaufswagen auf dem Platz könne dagegen bleiben.
 


Ansicht oben: Der Platz verfügt auch über eine Grünfläche, die neu gestaltet und um die angrenzenden Parkplätze erweitert werden soll. Foto: MAXLOK MEDIA
 
Für Jugendliche sei eine Tischtennisplatte vorgesehen. Hinzu kommen Sitzmöglichkeiten und Flächen, auf denen beispielsweise Liegestühle aufgestellt werden können. Nach dem Wunsch einer Bürgerin soll auch eine Sitzmöglichkeit für ältere Menschen berücksichtigt werden. Die vorhandene Skulptur und die Fläche für den Weihnachtsbaum bleiben erhalten. Fahrradständer sollen an die Südseite verlegt werden.
 

Straßenführung bleibt bestehen

Nicht Bestandteil des Projekts ist dagegen eine grundlegende Neuordnung der Straßen rund um das Kleedreieck. In der Bürgerdiskussion wurden unter anderem eine mögliche Schließung der Willmannstraße sowie Änderungen der Verkehrsführung angesprochen. Die Stadt verwies jedoch auf den begrenzten finanziellen und planerischen Rahmen. Eine umfassende Verkehrsplanung würde mehrere Jahre benötigen. Die jetzige Gestaltung verbaue eine spätere größere Lösung aber nicht.
 
Über eine solche wurde in Fechenheim schon vor mehr als einem Jahrzehnt diskutiert. 2014 stellte die Stadt zwei wesentlich umfangreichere Varianten für das Kleedreieck vor. Zur Debatte standen damals unter anderem neue Wohnungen, Einzelhandel, Gastronomie, eine Tiefgarage sowie ein größerer Quartiersplatz. Für die Umsetzung hätte es jedoch private Investoren und die Einbeziehung weiterer Grundstückseigentümer gebraucht. Die Pläne wurden nicht realisiert. Die jetzt vorgestellte Lösung fällt deutlich kleiner aus – dafür soll sie den bestehenden Platz und seinen Pavillon unmittelbar nutzbar machen.
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MAXLOK-Fakten

  • Pavillon wird saniert: Das Gebäude von 1956 wird entkernt, energetisch modernisiert, barrierefrei umgebaut und künftig mit einer Wärmepumpe beheizt.
  • Neuer Jugendtreff: Die Kommunale Kinder-, Jugend- und Familienhilfe soll dort einen niedrigschwelligen Treffpunkt insbesondere für 14- bis 21-Jährige betreiben.
  • Platz wird grüner: Flächen werden entsiegelt, neue Bäume und Sträucher gepflanzt, Rasen teilweise zur Wiese umgestaltet und Baumstandorte zusammengeführt. Eine Tischtennisplatte und zusätzliche Sitzmöglichkeiten sind vorgesehen.
  • Keine große Verkehrslösung: Eine Neuordnung der angrenzenden Straßen oder die Schließung der Willmannstraße gehört nicht zum aktuellen Projekt. Die Stadt hält weitergehende Planungen für später grundsätzlich für möglich.
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