Kulturcampus Bockenheim: Wettbewerb soll Zukunft des Juridicum klären
BOCKENHEIM - Für die Zukunft des Juridicums auf dem Kulturcampus Bockenheim sollen zwei Möglichkeiten genauer untersucht werden: das Weiterbauen im Bestand und ein Abriss mit anschließendem Neubau. Das empfiehlt der Abschlussbericht des „Zukunftslabors Juridicum“, der nach Angaben der Stadt im Studierendenhaus vorgestellt und öffentlich diskutiert wurde. Für beide Varianten schlägt das Expertengremium eine Mischung verschiedener Nutzungen vor.
Ansicht oben (zur vollen Größe anklicken): Multifunktionsbau - das frühere Juridicum auf dem alten Campus Bockenheim ist nach Ansicht von Fachleuten für einen Umbau und eine Weiternutzung tauglich. Foto: MAXLOK MEDIA
Sechs unabhängige Fachleute haben vier Szenarien für das Gebäude untersucht. Nach Darstellung der Stadt ist das Juridicum grundsätzlich weiterbaufähig. Dafür sprechen der Zustand der Tragstruktur, erhebliche Lastreserven sowie Grundrisse, die unterschiedliche Nutzungen und eine flexible Aufteilung ermöglichen. Die vorhandene Tiefgarage könnte unabhängig vom Juridicum abgerissen werden.
Ein Neubau würde dagegen größere Freiheiten bei Baukörper, Nutzung, Erschließung und Gestaltung bieten. Einen Abriss beurteilt das Gremium aus ökologischer Sicht kritisch. Ein Neubau müsste deshalb gegenüber dem Weiterbauen im Bestand einen funktionalen, städtebaulichen und ökologischen Mehrwert nachweisen.
Wettbewerb soll Varianten vergleichbar machen
Als nächsten Schritt empfehlen die Fachleute einen Architekturwettbewerb, der beide Entwicklungsrichtungen berücksichtigt. Konkrete Entwürfe sollen zeigen, welche Lösung für den Standort überzeugt. Gemeinsam mit der ABG als künftiger Eigentümerin des Grundstücks soll so eine belastbare Entscheidungsgrundlage entstehen.
Bis Ende 2026 könnte über das weitere Vorgehen entschieden werden. Die Entwürfe würden dann im ersten Halbjahr 2027 entstehen. Eine verbindliche Entscheidung zwischen Erhalt und Neubau ist damit noch nicht angekündigt.
Mehr als Wohnen
Für beide Varianten empfiehlt das Gremium neben Wohnungen auch kulturelle, soziale, gewerbliche und bildungsbezogene Angebote. Eine reine Wohnnutzung wird mit Blick auf die Lage, die Bedürfnisse auf dem Kulturcampus und die gewünschte Öffentlichkeit und Durchlässigkeit von den Experten nicht empfohlen.
Das Zukunftslabor brachte Fachleute aus Stadtplanung, Architektur, Tragwerksplanung, Nachhaltigkeit und Immobilienwirtschaft zusammen. Wissenschaftlich begleitet und moderiert wurde der Prozess durch das Frankfurter Forschungsinstitut FFin der Frankfurt University of Applied Sciences. Zwischenergebnisse wurden mit weiteren Institutionen und Beteiligten diskutiert.
Planungsdezernent Marcus Gwechenberger erklärte laut städtischer Mitteilung, Ziel sei es gewesen, Chancen, Risiken und Zielkonflikte transparent zu machen und nachvollziehbare Maßstäbe für die weitere Entscheidung zu entwickeln. Diesen Auftrag habe das Zukunftslabor erfüllt.
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Quelle: Presse- und Informationsamt Frankfurt;