Frankfurt ist die deutsche Kokain-Hochburg

22.03.2026
MAXLOK-Redaktion


Europaweite Abwasseranalyse offenbart traurige Tatsache
 
FRANKFURT - Die Mainmetropole ist Deutschlands Zentrum des Kokainkonsums. Das geht aus der neuesten europäischen Abwasserstudie hervor, die von der europäischen Drogenbehörde (EUDA),  gemeinsam mit dem Forschungsnetzwerk SCORE-Gruppe veröffentlicht wurde. Demnach wird in keiner anderen deutschen Großstadt mehr Kokain konsumiert als in der Mainmetropole.

Proben aus den Kläranlagen Sindlingen, Griesheim und Niederrad

Die Studie basiert auf europaweiten Abwasserproben aus 115 Städten in 25 Ländern und gilt als eine der aussagekräftigsten Methoden zur Messung realer Konsummuster. Für Frankfurt wurden Proben in den Kläranlagen Sindlingen, Griesheim und Niederrad ausgewertet. Das Ergebnis: Die Belastung durch Kokainrückstände ist seit 2017 um rund 70 Prozent gestiegen – ein deutlicher Hinweis auf einen langfristigen Aufwärtstrend.
 
Ansicht oben: Eine Analyse von Abwasser in den Klärwerken Griesheim, Sindlingen und Niederrad hat die  Kokainrückstände aufgezeigt. Foto: MAXLOK MEDIA
 
Im bundesweiten Vergleich liegt Frankfurt klar vorne. Hinter der Mainmetropole folgen Berlin und Hamburg. Die Daten zeigen zudem, dass der Konsum nicht nur punktuell erfolgt: Kokain wird in Frankfurt an allen Wochentagen genommen, mit zusätzlichen Spitzen am Wochenende. Dieses Muster entspricht gemäß der Studie einem europaweiten Trend, bei dem mehr als drei Viertel der untersuchten Städte erhöhte Werte zwischen Freitag und Montag verzeichnen.

Auch im europäischen Vergleich im oberen Bereich

Die Entwicklung in Frankfurt fügt sich in ein größeres europäisches Bild ein. Insgesamt ist die Kokainbelastung im Abwasser zwischen 2024 und 2025 um rund 22 Prozent gestiegen. International betrachtet sind nach Angaben der EUDA besonders hohe Werte in Städten in Belgien, Spanien und den Niederlanden gemessen worden. Dennoch gehört Frankfurt weiterhin zu den Spitzenreitern innerhalb Deutschlands – und liegt im europäischen Vergleich im oberen Bereich.
 
Neben Kokain untersuchte die Studie erstmals auch systematisch Ketamin, das eigentlich in der Medizin als Narkosemittel genutzt wird, jedoch auch als Partydroge Wirkung zeigt. Hier stellt sich für Frankfurt ein anderes Bild dar: Am Main spielt die Substanz bislang eine geringere Rolle. Frankfurt rangiert im deutschen Vergleich nur im Mittelfeld. Deutlich verbreiteter ist Ketamin etwa in Berlin oder in mehreren ostdeutschen Städten. Europaweit jedoch ist die Entwicklung eindeutig: Die Ketaminrückstände stiegen binnen eines Jahres um rund 41 Prozent.

Ecstasy-Konsum europaweit rückläufig

Ein gegenteiliger Trend zeigt sich hingegen bei MDMA (Ecstasy). Die Rückstände dieser Partydroge gingen europaweit um etwa 16 Prozent zurück. Fachleute sehen darin möglicherweise Veränderungen im Freizeitverhalten oder im Drogenmarkt.
 
Insgesamt zeichnen die Studienergebnisse das Bild eines dynamischen und sich wandelnden Drogenkonsums. „Wir sehen einen weit verbreiteten und vielfältigen Konsum, der sich ständig verändert", erklärte EUDA-Direktorin Lorraine Nolan. Auffällig sei zudem, dass nahezu alle untersuchten Substanzen in fast jeder Stadt nachgewiesen wurden.

 


"Die Abwasseranalyse hilft uns, diese Verschiebungen frühzeitig zu verfolgen, um besser zu verstehen, wo Aufmerksamkeit und Ressourcen benötigt werden." Lorraine Nolan, Geschäftsführerin der EUDA

 
Für Frankfurt bedeutet das: Die Stadt bleibt ein zentraler Hotspot – nicht nur im nationalen Vergleich, sondern auch im europäischen Kontext. Die kontinuierlich steigenden Werte deuten darauf hin, dass sich der Trend ohne gezielte Gegenmaßnahmen weiter verstärken könnte.
 

MAXLOK-Fakten

  • Studie: Europäische Abwasseranalyse 2025
  • Organisationen: EUDA und SCORE-Gruppe
  • Untersuchungszeitraum: März bis Mai 2025 (eine Woche Messung)
  • Teilnehmende Städte: 115 in 25 Ländern
  • Erfasste Bevölkerung: rund 72 Millionen Menschen
  • Um die Ergebnisse vergleichbar zu machen, misst die Studie die Rückstände in Milligramm pro 1000 Einwohner
  • Frankfurt-spezifisch:
  • Proben aus Kläranlagen Sindlingen, Griesheim, Niederrad
  • Höchste Kokainbelastung pro Kopf in Deutschland
  • 70 % Anstieg seit 2017 

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Quelle: European Union Drugs Agency (EUDA)