Zweites Todesopfer - Hafenunglück bleibt mysteriös

30.04.2026
Von Bernd Günther


Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung / Schulpsychologen im Dauereinsatz
 
OSTEND / PREUNGESHEIM - Das Unglück im Frankfurter Osthafen hat ein zweites Todesopfer gefordert. Das 17-jährige Mädchen, das schwer verletzt aus dem gesunkenen Auto geborgen worden war, ist am Mittwochabend (29. April) im Krankenhaus gestorben. Dies hat die Polizei bekanntgegeben. Die 17-Jährige hatte in dem mit fünf Teenagern besetzten Wagen gesessen, der am Freitagabend (24. April) im Osthafen über die Kaimauer gefahren, acht Meter tief in das Hafenbecken gestürzt und untergegangen war.
 
Ansicht oben (zur vollen Größe anklicken): Der Unfallwagen bei der Bergung aus dem Nordbecken des Frankfurter Osthafens. Foto: 5vision.news
 
Bereits am Tag nach dem Unglück war ein 18-jähriger Mitfahrer seinen schweren Verletzungen erlegen. Während drei der fünf Fahrzeuginsassen sich selbst hatten befreien können, mussten zwei Opfer aus dem versunkenen Autowrack von Rettungstauchern der Berufsfeuerwehr geborgen werden.

Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung

Weiterhin unklar bleibt die Ursache für das tragische Geschehen. Nach aktuellen Erkenntnissen der Polizei durchbrach das Fahrzeug frontal das Schutzgeländer an der Kaimauer und stürzte anschließend in das Hafenbecken.
 
In einer gemeinsamen Pressemitteilung haben das Polizeipräsidium und die Staatsanwaltschaft mitgeteilt, dass „die Ermittlungen, die wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung geführt werden", weiter andauerten.
 
Derzeit gingen die Ermittler aber weiterhin von einem Unfallgeschehen aus. Es gebe keine Hinweise darauf, dass weitere Fahrzeuge an dem Geschehen beteiligt gewesen seien, so die Polizei. Durch noch ausstehende Zeugenvernehmungen und die Ergebnisse des hinzugezogenen Gutachters würden weitere ergänzende Erkenntnisse zum Unfallhergang erwartet.

Keine Hinweise auf technischen Defekt

Zum aktuellen Zeitpunkt lägen aber weder Hinweise auf einen technischen Defekt noch auf eine Beeinträchtigung des Fahrzeugführers durch etwaige Betäubungsmittel oder Alkohol vor. Unabhängig davon wurde nach Angaben der Polizei aber bereits in der Unfallnacht eine Blutentnahme durchgeführt.

Die tragische Nachricht vom Tod eines zweiten Opfers erschüttert insbesondere auch die Carlo-Mierendorff-Schule in Frankfurt. (Hinweis der Redaktion: In der bisherigen Berichterstattung haben wir den Namen der Schule aus Gründen des Opferschutzes nicht erwähnt. Zwischenzeitlich ist die Schule aber von anderen Medien eindeutig benannt worden.)

Die Schulgemeinde ist im Schock-Zustand

Alle fünf Insassen des Unglücksfahrzeuges stammen aus der Integrierten Gesamtschule in Preungesheim. Sie haben dort die zwölfte Jahrgangsstufe der gymnasialen Oberstufe besucht. Die Schulgemeinde ist angesichts des tragischen Geschehens traumatisiert. Bereits seit Montagmorgen sind Seelsorger und speziell geschulte Psychologen, die vom staatlichen Schulamt an die Schule entsendet wurden, im Einsatz.
 
Sie führen Gespräche mit den Schülern und Schülerinnen und den Lehrern. Auch Eltern suchen das Gespräch und nehmen die Angebote des Krisenintervention-Teams wahr. Auch wurde ein Raum der Stille eingerichtet, in dem die Schüler trauern können.

Schulpsychologen im Dauereinsatz

Eltern sind dafür sensibilisiert worden, auf etwaige Verhaltensänderungen der Schüler und Schülerinnen zu achten. Wenn Kinder plötzlich Ängste, sozialen Rückzug oder Schlaflosigkeit zeigten, wurde empfohlen, professionelle Unterstützung zu suchen.
 
Die Nachricht, das auch die 17-jährige Schülerin gestorben ist, hat den Schock-Zustand nochmals intensiviert. Alle Hilfsangebote blieben weiter bestehen, heißt es.
 
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