FRANKFURT - Design soll sichtbar machen, wie Städte lebenswerter, nachhaltiger und demokratischer gestaltet werden können. Mit diesem Anspruch verwandelt die Open – Design Week vom 5. bis 14. Juni Frankfurt in eine Plattform für Gestaltung, Austausch und gesellschaftliche Debatten. Als eines der zentralen Formate der World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 (WDC) bringt die Veranstaltungsreihe Designer, Unternehmen, Wissenschaftler, Kulturschaffende und Bürger zusammen. Mehr als 150 Studios, Unternehmen, Hochschulen und Institutionen öffnen dabei ihre Türen und gewähren Einblicke in ihre Arbeit.
Ansicht oben (zur vollen Größe anklicken): Das Museum für Angewandte Kunst ist einer der Anlaufpunkte der Open Design Week. Foto: Veranstalter / World Design Capital
Dass die Mainmetropole erstmals in Deutschland den Titel „World Design Capital" trägt, gilt als Meilenstein für den Kreativstandort Frankfurt. Die Auszeichnung wird von der World Design Organization vergeben und würdigt Städte und Regionen, die Gestaltung als Instrument für gesellschaftliche Entwicklung nutzen. Unter dem Leitmotiv „Design for Democracy – Atmospheres for a better life" sind über das Jahr hinweg zahlreiche Projekte geplant.
Anknüpfen an die Gestaltungsgeschichte der Stadt
Für Frankfurt knüpft die Open – Design Week bewusst an die eigene Gestaltungsgeschichte an. Bereits in den 1920er-Jahren setzte das Programm „Neues Frankfurt" unter Stadtbaurat Ernst May internationale Maßstäbe für modernes Wohnen, Architektur und funktionales Design. Dieses Erbe bildet den Hintergrund für zahlreiche Veranstaltungen, die aktuelle Fragen von Stadtentwicklung, Digitalisierung und gesellschaftlichem Wandel aufgreifen.
Zentrale Anlaufpunkte der Design-Woche sind vier thematische „Spaces". Im Museum Angewandte Kunst widmet sich der „Next Generation Space" jungen Gestalterinnen und Gestaltern. Im „Shared Resources Space" im Danzig am Platz stehen Kreislaufwirtschaft, Ressourcenschonung und neue Formen des Zusammenlebens im Mittelpunkt. Der „Creative Value Space" in der Kaiserstraße beleuchtet die wirtschaftliche Bedeutung von Design, während der „Worldwide Creative Space" an der Hauptwache internationale Netzwerke und Kooperationen fördert.
Filmprogramm und Faltrad
Zu den Höhepunkten zählt die Präsentation einer eigens für die WDC entwickelten Sonderedition des Faltrads Brompton. Das Rad wurde im Rahmen eines internationalen Gestaltungswettbewerbs neu interpretiert und wird nach der Ausstellung verlost.
Ebenfalls Aufmerksamkeit verspricht ein umfangreiches Filmprogramm. Gezeigt werden unter anderem Gary Hustwits neue Dokumentation „What Are People For" über den Designtheoretiker Patrick Whitney sowie der vielfach beachtete Film „Rams" über den deutschen Industriedesigner Dieter Rams, dessen Arbeit das moderne Produktdesign weltweit geprägt hat.
Stadtentwicklung rückt beim Rooftop Day am 6. Juni in den Fokus. Auf der Terrasse des Jüdischen Museums stellen Vertreter der Stadt ihre Planungen für die künftige Kulturmeile entlang der Wallanlagen vor. Das Projekt gilt als eines der bedeutendsten kulturpolitischen Vorhaben der kommenden Jahre in Frankfurt.
Besondere Aufmerksamkeit erhält auch der Frankfurter Fokustag am 9. Juni. Designagenturen, Architekturbüros und Kreativunternehmen öffnen ihre Türen für Besucher. Themen reichen von neuen Arbeitswelten über Farb- und Markenforschung bis hin zu innovativen Technologien. Geführte Design-Touren verbinden dabei unterschiedliche Stationen in Frankfurt, Offenbach und Darmstadt.
"Off the Wall" in den Wallanlagen
Mit dem World Industrial Design Day am 10. Juni diskutieren Fachleute in der Evangelischen Akademie am Römerberg die Frage, wie Gestaltung zu einer werteorientierten gesellschaftlichen Transformation beitragen kann. Internationale Perspektiven bringt zudem das renommierte Forward Festival nach Frankfurt, das neue Entwicklungen in den Bereichen digitale Kultur, Kommunikation und Kreativwirtschaft präsentiert.
Den Abschluss bildet ein Wochenende, das Gestaltung unmittelbar im öffentlichen Raum erlebbar macht. Das Projekt „Off the Wall" verwandelt die Wallanlagen mit temporären Installationen und Aktionen in ein Experimentierfeld für Begegnung, Biodiversität und klimafreundliche Mobilität. Parallel lädt die urbane Tanzperformance „Beats by bits" auf dem Goetheplatz dazu ein, über die sozialen und politischen Dimensionen elektronischer Musikkultur nachzudenken.
Damit zeigt die Open – Design Week, dass Design längst mehr ist als die Gestaltung von Produkten. Die Veranstaltungsreihe versteht Gestaltung als Werkzeug, um Fragen von Zusammenleben, Nachhaltigkeit und Demokratie neu zu denken – und macht Frankfurt für zehn Tage zu einem Labor für die Zukunft der Stadtgesellschaft.
MAXLOK-Fakten
- Frankfurt als Designzentrum: Die Open – Design Week ist ein zentrales Format der World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 und macht die Stadt zum Treffpunkt der internationalen Designszene.
- Vier Themenräume in der Innenstadt: Die „Spaces" beschäftigen sich mit Nachwuchsdesign, nachhaltiger Stadtentwicklung, Designwirtschaft und internationalem Austausch.
- Design als gesellschaftliches Werkzeug: Im Mittelpunkt stehen Themen wie Demokratie, urbane Transformation, Nachhaltigkeit, Mobilität, Digitalisierung und neue Arbeitswelten.
- Mehr als klassische Ausstellungen: Filmvorführungen, Konferenzen, Design-Touren, Performances und öffentliche Interventionen machen Gestaltung im Stadtraum erlebbar.
MAXLOK-Service
- Open – Design Week Frankfurt RheinMain 2026
- Zeitraum: 5. bis 14. Juni 2026
- Wichtige Orte:
- Museum Angewandte Kunst
- Danzig am Platz
- Massif E
- Jüdisches Museum Frankfurt
- Westhafen Pier 1
- Evangelische Akademie Frankfurt
- Ausgewählte Termine:
- 5. Juni: Kreativwirtschaftstag und Eröffnung
- 6. Juni: Rooftop Day und Film-Premiere „What Are People For"
- 7. Juni: Film „Rams"
- 9. Juni: Frankfurter Fokustag mit offenen Studios und Design-Touren
- 10. Juni: World Industrial Design Day FRM
- 11./12. Juni: Forward Festival und iF DESIGN STUDENT AWARD
- 12. Juni: Tanzperformance „Beats by bits"
- 12.–14. Juni: „Off the Wall" in den Wallanlagen
- 13. Juni: brand eins-Talk „Echt jetzt. Ein Abend für das Analoge"
- Programm und Informationen: World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 – Open Design Week
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Quellen: Presse- und Informationsamt Frankfurt; World Design Capital FrankfurtRhein-Main