Deutscher Spitzenreiter bei Leihrädern und E-Rollern

08.06.2026
MAXLOK-Redaktion


Frankfurter Konzept setzt Maßstäbe / Europa-Index für geteilte Mikromobilität

FRANKFURT -Die Mainmetropole hat das beste Angebot für geteilte Mikromobilität in Deutschland. Zu diesem Ergebnis kommt der erstmals veröffentlichte „Shared Micromobility City Performance Index" (SMM-CPI), der die Leistungsfähigkeit von E-Scooter- und Bike-Sharing-Systemen in europäischen Städten untersucht. Im bundesweiten Vergleich belegt die Mainmetropole den ersten Platz vor Köln und Düsseldorf. Europaweit reicht es für Rang zwei hinter der belgischen Hafenstadt Antwerpen. 

Ansicht oben (zur vollen Größe anklicken): Häufig werden abgestellte E-Scooter als ärgerliches Hindernis wahrgenommen - zugleich sind die Fahrzeuge mittlerweile etablierter Bestandteil urbaner Mobilität. Foto: MAXLOK MEDIA

Der neue Index wurde im Rahmen des vom Bundesministerium für Verkehr geförderten Forschungsprojekts ScooP2City entwickelt. Ziel des Projekts ist es, Kommunen bei der Planung und Steuerung von Sharing-Angeboten mit datenbasierten Instrumenten zu unterstützen. Hintergrund ist die wachsende Bedeutung von E-Scootern und Leihrädern als Ergänzung zum öffentlichen Nahverkehr, insbesondere auf der sogenannten „letzten Meile" zwischen Haltestelle und Zielort.

 

Fahrzeuge anbieten, wo sie nachgefragt werden

Nach Angaben der Stadt ist der Erfolg Frankfurts vor allem auf eine konsequent nachfrageorientierte Planung zurückzuführen. Die städtische Nahverkehrsgesellschaft traffiQ wertet fortlaufend Nutzungsdaten aus und passt das Angebot an tatsächliche Mobilitätsströme an. E-Scooter und Leihräder werden damit gezielt dort bereitgestellt, wo die Nachfrage besonders hoch ist. Dieses datenbasierte Vorgehen gilt auch im europäischen Vergleich als entscheidender Erfolgsfaktor moderner Sharing-Systeme.

Hinzu kommt ein in Frankfurt etabliertes Mischmodell. In der Innenstadt und in Stadtteilzentren setzt die Stadt auf feste Mobilitätsstationen, an denen Fahrzeuge geordnet abgestellt werden können. In den äußeren Stadtteilen kommt dagegen überwiegend das sogenannte Free-Floating-System zum Einsatz, bei dem Fahrzeuge flexibel innerhalb definierter Gebiete genutzt und abgestellt werden dürfen. Dieses hybride Konzept soll sowohl die Verfügbarkeit erhöhen als auch Konflikte im öffentlichen Raum reduzieren.

 

41 europäische Städte und Regionen untersucht

Für den Index wurden die Angebote in insgesamt 41 europäischen Städten und Metropolregionen untersucht. Die wichtigste Kennzahl ist die Zahl der Fahrten pro 1.000 Einwohner und Tag. Darüber hinaus fließen Faktoren wie die Größe der Fahrzeugflotte, die Auslastung der Fahrzeuge und die räumliche Abdeckung des Angebots in die Bewertung ein. Ziel ist es, nicht nur die Anzahl der verfügbaren Fahrzeuge zu messen, sondern auch deren tatsächliche Nutzung.

Die Ergebnisse spiegeln einen allgemeinen Trend wider: Geteilte Mikromobilität entwickelt sich zunehmend zu einem festen Bestandteil des urbanen Verkehrs. Fachleute sehen in E-Scootern und Leihrädern eine wichtige Ergänzung zu Bus und Bahn, wenn sie gut in bestehende Verkehrsangebote integriert werden. Gleichzeitig verweisen europäische Studien darauf, dass klare Regeln für das Abstellen der Fahrzeuge, eine gute Infrastruktur und die enge Zusammenarbeit zwischen Kommunen und Anbietern entscheidend für den Erfolg solcher Systeme sind.

 

Netz an Mobilitätsstationen ausbauen

Frankfurt verfolgt diesen Ansatz bereits seit mehreren Jahren. Die Stadt baut ihr Netz an Mobilitätsstationen kontinuierlich aus und will Sharing-Angebote stärker mit dem öffentlichen Nahverkehr verknüpfen. Nach Einschätzung der Verantwortlichen trägt dies dazu bei, den Umstieg auf klimafreundliche Verkehrsmittel attraktiver zu machen und den Autoverkehr in der Stadt zu reduzieren.  

 

MAXLOK-Fakten

  • Frankfurt belegt Platz eins in Deutschland beim neuen Shared Micromobility City Performance Index.  
  • Europaweit erreicht die Stadt Rang zwei, nur Antwerpen schneidet besser ab.  
  • Erfolgsfaktoren sind datenbasierte Planung und ein hybrides Betriebsmodell aus Mobilitätsstationen und Free-Floating-Angeboten.  
  • Der Index bewertet 41 europäische Städte anhand von Nutzung, Fahrzeugangebot und räumlicher Abdeckung. 
  • Shared Micromobility steht für gemeinsam genutzte E-Scooter und Leihräder, die per App ausgeliehen und für kurze Wege genutzt werden können.
  • Die Ergebnisse des Forschungsprojekts sind auf der Projektplattform ScooP2City veröffentlicht.

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Quellen: Presse- und Informationsamt Frankfurt; Mobilitätsdezernat Stadt Frankfurt; Bundesministerium für Verkehr; Forschungsprojekt ScooP2City