Größter jüdischer Sportverein Deutschlands / Nach 40 Jahren wieder eine eigene Heimat
GINNHEIM - Nach mehr als vier Jahrzehnten ohne eigene zentrale Sportstätte hat der TuS Makkabi Frankfurt am Wochenende seinen neuen Makkabi Campus im Stadtteil Ginnheim eröffnet. Mit der neuen Anlage an der Wilhelm-Epstein-Straße erhält der größte jüdische Sportverein Deutschlands erstmals seit den 1980er Jahren wieder eine feste Heimat für Sport, Vereinsleben und Bildungsarbeit.
Grundlage für weiteres Wachstum
Ansicht oben: Auf 24.000 Quadratmetern bietet der Sportcampus an der Wilhelm-Epstein-Straße vielfältige Sport- und Freizeitangebote. Foto: TuS Makkabi
Für den Verein ist die Anlage zugleich Grundlage für weiteres Wachstum. Bereits heute nehmen nach Vereinsangaben jährlich rund 2.000 Kinder und Jugendliche an Feriencamps teil. Neben bestehenden Sportangeboten sollen künftig zusätzliche Programme unter anderem in den Bereichen Parkour und Padel entstehen. Geplant sind zudem weitere Angebote für Frauen, inklusive Sportformate sowie generationenübergreifende Projekte.
Neue Anlage steht für Respekt, Vielfalt und Offenheit
Über die sportliche Nutzung hinaus versteht sich der Campus als Ort gesellschaftlicher Bildung. Vereinspräsident Alon Meyer betonte bei der Eröffnung, die neue Anlage stehe für Respekt, Vielfalt und Offenheit. Als jüdischer Verein wolle Makkabi Frankfurt aktiv dazu beitragen, gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken und Antisemitismus entgegenzuwirken.
Damit erhält die Eröffnung auch eine politische und gesellschaftliche Bedeutung. In Zeiten zunehmender antisemitischer Vorfälle in Deutschland entstehe in Frankfurt ein sichtbarer und dauerhafter Ort jüdischen Lebens. Gleichzeitig soll der Campus ausdrücklich allen Menschen offenstehen – unabhängig von Herkunft oder Religion.
Künftig wird auf dem Gelände auch die Bildungsinitiative „Zusammen1" verstärkt aktiv sein. Geplant sind Workshops, Trainings und Beratungsangebote zur Prävention von Antisemitismus und Diskriminierung im Sport. Der Campus soll damit nicht nur Sportstätte, sondern auch ein Zentrum für Demokratiebildung und gesellschaftliche Teilhabe werden.
Zeichen jüdischen Lebens in Frankfurt
Mit der Eröffnung des Makkabi Campus erhält Frankfurt somit nicht nur eine moderne Sportanlage. Entstanden ist ein Ort, an dem sportliche Entwicklung, Bildungsarbeit und gesellschaftliches Engagement dauerhaft zusammengeführt werden sollen – und der zugleich ein sichtbares Zeichen für jüdisches Leben in der Mainmetropole setzt.
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MAXLOK-Fakten
- Neue Heimat nach über 40 Jahren: Makkabi Frankfurt verfügt erstmals seit den 1980er Jahren wieder über eine zentrale vereinseigene Sportanlage.
- Großprojekt in Ginnheim: Auf 24.000 Quadratmetern entstand nach rund zehn Jahren Planungs- und Bauzeit ein moderner Sportcampus mit vielfältigen Sport- und Freizeitangeboten.
- Bedeutung über den Sport hinaus: Der Campus soll neben dem Vereinsbetrieb auch Bildungsarbeit, Demokratieprojekte und Antisemitismusprävention fördern.
- Signal für jüdisches Leben: Die Anlage gilt als sichtbarer Ort jüdischen Lebens und gesellschaftlicher Offenheit in Frankfurt.
MAXLOK-Service
- Ort: Wilhelm-Epstein-Straße 95, Frankfurt-Ginnheim
- Träger: TuS Makkabi Frankfurt
- Fläche: rund 24.000 Quadratmeter
- Mitglieder: mehr als 5.500
- Sportabteilungen: 28
- 2 Fußball-Großfelder
- 2 Fußballkäfige
- 3 Padelplätze
- Freilufthalle
- Parkour-Areal
- Basketballfreiplatz
- Sporthalle
- Multifunktions- und Kursräume