Netzskulptur über der Konstablerwache: Debatte um Kosten und Nutzen hält an / Linke übt scharfe Kritik
FRANKFURT - Die Linke im Frankfurter Römer verschärft ihre Kritik an der neuen Netzskulptur „A Sky Full of Hope – Earthtime 1.78 Frankfurt“ über der Konstablerwache. Nachdem das Kunstwerk inzwischen vollständig installiert ist, stellt die Fraktion insbesondere die Kosten, das Auswahlverfahren und die Finanzierung des Projekts infrage. Nach Ansicht der Opposition bleiben trotz der sichtbaren Fertigstellung zahlreiche Fragen unbeantwortet.
Ansicht oben (zur vollen Größe anklicken): Das Echelman-Netz über dem Platz der Konstablerwache polarisiert. Foto: MAXLOK MEDIA
Fraktionsvorsitzender Michael Müller fordert mehr Transparenz bei der Entstehung des Projekts. Unklar sei aus seiner Sicht unter anderem, weshalb ausgerechnet die Arbeit der US-Künstlerin Janet Echelman ausgewählt wurde und ob im Rahmen der World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 überhaupt ein künstlerischer Wettbewerb stattgefunden habe. Ebenso kritisiert die Linke die Investitionssumme von rund zwei Millionen Euro.
Geld hätte sinnvoller verwendet werden können
Nach Auffassung Müllers hätte das Geld sinnvoller eingesetzt werden können. Statt in eine temporäre Kunstinstallation zu investieren, wäre eine dauerhafte Aufwertung der Konstablerwache oder die Finanzierung sozialer und ökologischer Projekte aus seiner Sicht die bessere Lösung gewesen. Auch die Begründung der Stadt, das Projekt werde aus Mitteln des Stadtmarketings finanziert, überzeugt die Fraktion nicht. Entscheidend sei, warum diese Gelder nicht für eine nachhaltige Umgestaltung des Platzes eingesetzt worden seien, so Müller.
Kritisch bewertet die Linke außerdem Berichte, wonach die Installation in den Wintermonaten möglicherweise zeitweise abgebaut werden müsse. Sollte sich dies bestätigen, werfe dies zusätzliche Fragen nach der Planung und dem langfristigen Nutzen des Projekts auf. Insgesamt sieht Müller seine bereits zuvor geäußerte Kritik an der World Design Capital bestätigt. Die Projektfinanzierung und Entscheidungsprozesse seien aus Sicht der Linken weiterhin nicht ausreichend nachvollziehbar.
Vonseiten der Stadt wird das Kunstwerk dagegen als wichtiger Impuls für die Entwicklung der Innenstadt bewertet. Die Installation soll die Konstablerwache nicht nur gestalterisch aufwerten, sondern den Platz langfristig zu einem Ort für Kultur, Begegnung und Veranstaltungen entwickeln. Begleitend untersucht die Frankfurt University of Applied Sciences in einem Forschungsprojekt, wie sich Kunst im öffentlichen Raum auf die Nutzung und Wahrnehmung urbaner Plätze auswirkt.
Ein Ort für Kultur, Begegnung und Veranstaltungen
Die monumentale Netzskulptur der international bekannten Künstlerin Janet Echelman wurde Ende vergangener Woche fertig montiert und schwebt seitdem über der Konstablerwache. Sie ist eines der zentralen Projekte der World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 und soll voraussichtlich drei Jahre an ihrem Standort bleiben. Mit dem Abschluss der Arbeiten konnte auch der Erzeugermarkt an seinen angestammten Platz zurückkehren. Die offizielle Eröffnung des Kunstwerks ist für Dienstag, 11. August, mit einer öffentlichen Licht- und Soundinszenierung geplant.
So rückt die Installation schon vor ihrer Einweihung nicht nur als neues Wahrzeichen der Innenstadt in den Fokus, sondern auch als Gegenstand einer politischen Debatte über Prioritäten, Transparenz und den Einsatz öffentlicher Mittel.
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Quellen: Presse- und Informationsamt Frankfurt; Fraktion Die Linke;