Begehbarer Erinnerungsraum im Museum Judengasse und ein Videointerview-Projekt zum 7. Oktober
FRANKFURT - Die eigene Familiengeschichte, das Erinnern und die Weitergabe von Erinnerungen sind Thema der nächsten beiden Veranstaltungen des Jüdischen Museums Frankfurt. In der Performance „Mein Onkel David“ begibt sich Regisseurin und Autorin Svetlana Fourer auf Spurensuche: nach der Geschichte ihrer Familie und den traumatischen Erlebnissen der Shoah, über die in der Familie jahrzehntelang geschwiegen wurde. Recherchen in den Archiven der Shoah Foundation legten die Lebensgeschichte ihres Onkels David offen, der Überlebender eines Konzentrationslagers war, aber viele Familienmitglieder verloren hatte.
Ansicht oben (zur vollen Größe anklicken): Blick in den Erinnerungsraum "Mein Onkel David" im Museum Judengasse. Foto: Stadt Frankfurt / Polina Kluss
„Mein Onkel David“ ist als begehbarer Erinnerungsraum konzipiert, in dem die Performerin Yaroslava Gorobey den Wegen und Erfahrungen der jüdischen Familie Ochland nachspürt. Einfühlsam und zugleich kraftvoll begleitet von der Live-Musik des Berliner Musikers und Komponisten Matthias Bernhold. Die Performance zeigt, wie eine Erinnerung, die man selbst nicht gelebt und nicht erfahren hat, jede und jeden von uns prägen kann.
„Kolot“ (Hebräisch für „Stimme“) ist ein Videointerview-Projekt, das sich mit den Folgen des 7. Oktober 2023 und der Wirkung von Gewalt in jüdischen Familienbiografien beschäftigt. Die Sozialpsychologin Marina Chernivsky arbeitet seit 2024 an „Kolot“. An diesem Abend stellt sie ausgewählte Interviews vor und unterhält sich mit Sara Soussan, Kuratorin für jüdische Gegenwartskulturen am Jüdischen Museum Frankfurt, über das Zeitzeugenarchiv jüdischer Gegenwart, das mit den Videointerviews entstanden ist.
"Kolot. Stimme zur jüdischen Gegenwart"
"Mein Onkel David - Eine begehbare Erinnerung“ ist am Mittwoch, 21., und Donnerstag, 22. Oktober, jeweils um 19.30 Uhr im Museum Judengasse, Battonnstraße 47, zu sehen. Eine Woche später, am Donnerstag, 29. Oktober, ist Marina Chernivsky, Gründerin und Geschäftsführerin von Ofek, der Fachberatungsstelle bei antisemitischer Gewalt und Diskriminierung, im Jüdischen Museum zu Gast. Gemeinsam mit Sara Soussan, Kuratorin für Jüdische Gegenwartskultur, führt sie durch Interviews ihrer Reihe „Kolot. Stimmen zur jüdischen Gegenwart“. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr im Jüdischen Museum Frankfurt, Bertha-Pappenheim-Platz 1, statt.
Marina Chernivsky wurde in Lwiw (Lemberg) geboren und ist in Israel aufgewachsen. Sie leitet in Berlin das Kompetenzzentrum antisemitismuskritische Bildung und Forschung und ist Gründerin und Geschäftsführerin vom Verein Ofek, der Beratungsstelle für Betroffene antisemitischer Gewalt und Diskriminierung.
Die Abende finden im Rahmen der von der Jüdischen Gemeinde Frankfurt veranstalteten Jüdischen Filmtage statt. Karten sind unter juedischesmuseum.de/tickets und an der Abendkasse erhältlich.
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Quelle: Presse- und Informationsamt Frankfurt;