So soll Frankfurt klimaneutral Wärme beziehen

21.07.2026
MAXLOK-Redaktion


Kommunaler Wärmeplan abgeschlossen / Perspektiven für zukünftiges Heizen

FRANKFURT - Die Stadt hat einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung gemacht: Die fachliche Erarbeitung der kommunalen Wärmeplanung ist abgeschlossen. Nach Angaben der Stadt liegt der vollständige Wärmeplan vor. Nach der Sommerpause soll zunächst der Magistrat im August darüber beraten, bevor Anfang Oktober die Stadtverordnetenversammlung den endgültigen Beschluss fassen soll.

Während kleinere Kommunen noch bis Mitte 2028 Zeit haben, ihre kommunale Wärmeplanung zu erstellen und vorzulegen, ist für Großstädte der Abgabetermin am 30. Juni diesen Jahres gewesen. Frankfurt hat die offizielle Frist nicht einhalten können, verweist aber auf die nunmehr beschlussreife Planung.  

Ansicht oben (zur vollen Größe anklicken): Wärmeblock - die kommunale Wärmeplanung soll Gebäudeeigentümern die Richtung für künftiges klimaneutrales Heizen vorgeben. Foto; MAXLOK MEDIA

Mit dem Wärmeplan schafft Frankfurt erstmals einen umfassenden strategischen Rahmen für die zukünftige Wärmeversorgung der Stadt. Ziel ist es, den Ausstieg aus fossilen Energieträgern schrittweise voranzutreiben und den Bürgerinnen und Bürgern sowie Unternehmen Orientierung bei künftigen Investitions- und Sanierungsentscheidungen zu geben. Rechtlich verbindlich ist die Planung für einzelne Eigentümer allerdings nicht. Sie dient vielmehr als langfristige Entscheidungsgrundlage für Politik, Energieversorger und Gebäudeeigentümer.

Im Zuge des Beteiligungsverfahrens waren rund 100 Stellungnahmen von Bürgern, Institutionen und weiteren Akteuren eingegangen. Nach Angaben der Stadt wurden sämtliche Hinweise ausgewertet, fachlich geprüft und in einem gesonderten Bericht beantwortet. Die Ergebnisse flossen in die abschließende Fassung des Wärmeplans ein.
 

Wärmeportal informiert mit interaktiven Karten

Bereits vor dem politischen Beschluss stellt die Stadt wesentliche Informationen öffentlich bereit. Über das Wärmeportal können Interessierte anhand interaktiver Karten nachvollziehen, welche Wärmeversorgungsoptionen für einzelne Stadtgebiete langfristig vorgesehen sind. Außerdem ist der Entwurf der kommunalen Wärmeplanung online einsehbar. Damit sollen Hauseigentümer, Unternehmen und Investoren frühzeitig eine Orientierung erhalten, welche Technologien in ihrem Quartier künftig eine Rolle spielen könnten.
 
Parallel zur politischen Beratung laufen bereits zahlreiche Projekte, die Bestandteil des Wärmeplans sind. Dazu gehören insbesondere der weitere Ausbau und die schrittweise Dekarbonisierung des Fernwärmenetzes, die Entwicklung zusätzlicher klimafreundlicher Nah- und Wärmenetze sowie Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz. Auch der verstärkte Einsatz erneuerbarer Wärmequellen soll vorangetrieben werden.
 

Maßnahmenkatalog für das künftige Heizen

Grundlage der Planung sind umfangreiche Bestands- und Potenzialanalysen. Erarbeitet wurde das Konzept von den Fachbüros e-think energy research, Mainova, dem Fraunhofer-Institut IFAM sowie dem Institut für Ressourceneffizienz und Energiestrategien (IREES). Der Maßnahmenkatalog beschreibt, wie Frankfurt seine Wärmeversorgung langfristig klimaneutral, sicher und gleichzeitig bezahlbar gestalten will.
 
Hintergrund ist das bundesweit geltende Wärmeplanungsgesetz, das alle größeren Kommunen verpflichtet, eine kommunale Wärmeplanung zu erstellen. Diese soll regelmäßig – mindestens alle fünf Jahre – überprüft und an neue technische, wirtschaftliche oder gesetzliche Entwicklungen angepasst werden. Der Frankfurter Wärmeplan ist deshalb kein starres Konzept, sondern soll kontinuierlich fortgeschrieben werden und den Rahmen für die Wärmewende in der Mainmetropole bilden.
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MAXLOK-Fakten

  • Fachliche Arbeiten abgeschlossen: Frankfurts kommunale Wärmeplanung liegt vollständig vor; Magistrat und Stadtverordnetenversammlung sollen nach der Sommerpause darüber entscheiden.
  • Wärmeportal bereits online: Bürger können schon jetzt Karten mit den geplanten Wärmeversorgungsgebieten sowie den Entwurf der Wärmeplanung einsehen.
  • Keine unmittelbare Verpflichtung: Der Wärmeplan dient als strategische Orientierung und entfaltet keine direkte Rechtswirkung für einzelne Grundstückseigentümer.
  • Wärmewende wird vorbereitet: Geplant sind unter anderem der Ausbau der Fernwärme, neue klimafreundliche Wärmenetze, mehr Energieeffizienz und der Einsatz erneuerbarer Wärmequellen.
 
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Quelle: Presse- und Informationsamt Frankfurt