Nach dem Hitzesommer: Die Stadt zieht Lehren - mehr Bäume, Schatten, Trinkbrunnen und ein "Hitze-Topf"
FRANKFURT – Mehr Bäume, entsiegelte Flächen, Schattenplätze und öffentliche Trinkbrunnen: Nach den extremen Hitzeperioden dieses Sommers fordert Frankfurts Klima- und Umweltdezernentin Tina Zapf-Rodríguez Konsequenzen für die Stadtentwicklung. Die Grünen-Politikerin will Maßnahmen zur Klimaanpassung schneller umsetzen und dafür unter anderem einen ressortübergreifenden „Hitze-Topf“ schaffen.
Ansicht oben (zur vollen Größe anklicken): Stadt, Land, Dürre - im sonst so grünen Hafenpark im Ostend präsentieren sich die Wiesenflächen ausgetrocknet. Foto: MAXLOK MEDIA
Der Sommer 2026 habe deutlich gemacht, wie stark Frankfurt bereits von den Folgen des Klimawandels betroffen sei. Wochenlange Hitze und Trockenheit belasteten Menschen, Tiere und Pflanzen. Besonders Jungbäume und Grünflächen an stark sonnenexponierten Standorten litten. Nach Angaben der Stadt starben zudem Menschen an den Folgen extremer Hitze.
Für Zapf-Rodríguez folgt daraus, dass Frankfurt nicht dauerhaft allein mit zusätzlicher Bewässerung reagieren könne. Nötig seien bessere Bedingungen für das Stadtgrün: hitzeverträglichere Baumarten, größere Baumbeete, geeignete Pflanzstandorte und moderne Bewässerungssysteme. Bestehende Grünstrukturen sollen stärker geschützt und insbesondere Hitze-Hotspots entsiegelt werden. Dach- und Fassadenbegrünungen sollen ausgebaut werden.
Bevölkerung besser schützen
Auch der direkte Schutz der Bevölkerung soll verstärkt werden. Die Dezernentin fordert mehr Schattenplätze auf öffentlichen Plätzen und Spielanlagen sowie kostenlose Möglichkeiten zur Abkühlung – insbesondere in sozial benachteiligten Stadtteilen. Das Netz öffentlicher Trinkbrunnen soll ebenfalls wachsen. Frankfurt verfügt in dieser Saison nach Angaben der Stadt über 26 öffentliche Trinkbrunnen.
Bei der Klimaanpassung beginnt Frankfurt nicht bei null. Bereits seit 2014 gibt es eine städtische Anpassungsstrategie. Der Klimawandelaktionsplan umfasst unter anderem Maßnahmen für Hitze, Trockenheit und Starkregen. Der im Juli aktualisierte Klimaplanatlas zeigt zudem, welche Quartiere besonders von Wärme belastet sind und wo Grünflächen und Kaltluftströme für das Stadtklima wichtig sind.
Verbessert werden soll nach dem Willen der Dezernentin außerdem der Hitzeschutz für Beschäftigte, die etwa beim Grünflächenamt, StadtForst oder der FES im Freien arbeiten.
Vorschlag zur Finanzierung
Zur Finanzierung schlägt Zapf-Rodríguez einen dezernatsübergreifenden „Hitze-Topf“ vor. Daraus könnten Projekte verschiedener städtischer Ressorts sowie Maßnahmen von Vereinen, kleineren Unternehmen und privaten Initiativen finanziert werden. Zugleich setzt sie auf zusätzliche Unterstützung von Bund und Ländern. Auch bundesweit wird über eine stärkere finanzielle Unterstützung der Kommunen beim Hitzeschutz diskutiert.
Klimaschutz und Anpassung dürften dabei nach Auffassung der Dezernentin nicht gegeneinander ausgespielt werden. Ziel müsse sein, Frankfurt so umzubauen, dass die Stadt auch bei häufigeren und längeren Hitzeperioden lebenswert bleibt.
----------
MAXLO-Fakten
Mehr Tempo bei der Klimaanpassung: Frankfurt soll Hitze-Hotspots entsiegeln, mehr Bäume pflanzen sowie Dach- und Fassadenbegrünungen ausbauen.
Mehr Schutz für Menschen: Gefordert werden zusätzliche Schattenplätze, kostenlose Kühlangebote und weitere öffentliche Trinkbrunnen.
Stadtgrün widerstandsfähiger machen: Größere Baumbeete, geeignete Baumarten, bessere Standorte und moderne Bewässerung sollen die bisherige Strategie ergänzen.
Eigener „Hitze-Topf“: Ein ressortübergreifendes Budget soll städtische Projekte und Maßnahmen von Vereinen, Unternehmen und privaten Initiativen finanzieren.
----------
Quelle: Presse- und Informationsamt Frankfurt;

