Stadt nennt ökologische Gründe / Laub wird mancherorts bis Februar nicht geräumt
FRANKFURT - Wenn im Herbst in Parks und Grünanlagen die Blätter fallen, stellt sich jedes Jahr die Frage: Muss das Laub überall entfernt werden – und wenn ja, wann? Nach Angaben des Grünflächenamts räumt die Stadt Frankfurt Laub in Parkanlagen in festgelegten Turnussen, vor allem auf Wegen und befestigten Verkehrsflächen sowie auf Spielplätzen und Sportanlagen.
Ansicht oben (zur vollen Größe anklicken): Im Herbst stellt sich die Frage, wann und wo muss das Laub entfernt werden, wenn es nicht mehr an den Bäumen hält. Foto: MAXLOK MEDIA
Dabei setzt das Amt „aus Gründen der Effizienz und Ergonomie“ vor allem Akku-Laubbläser ein. Gleichzeitig geht die Stadt an einigen Stellen seit einiger Zeit einen anderen Weg: Auf ausgewählten Rasen- und Wiesenflächen im Stadtgebiet werde Laub über den Winter belassen und erst im Februar entfernt – und auch nur dann, wenn es für den Erhalt der Vegetation erforderlich sei.
Bodenorganismen und Kleintiere schonen
Nach Darstellung des Grünflächenamts sollen so unter anderem Bodenorganismen und Kleintiere geschont werden. Allerdings gibt es laut städtischen Gärtnern auch Ausnahmen. Genannt werden Areale mit „wertvollen Sonderpflanzungen“ aus Frühlingsblühern. Dort könne es vorkommen, dass zur Schonung der Vegetation weiterhin frühzeitig geräumt werden müsse.
In geschlossenen Gehölzbeständen ist es demnach seit vielen Jahren gängige Praxis, Laub liegen zu lassen. Es diene bodenlebenden Tieren wie Regenwürmern, Springschwänzen, Marienkäfern oder Tausendfüßlern als Rückzugsraum. Zudem erfülle die Laubschicht ökologische Funktionen: Durch Verrottung entstehe Humus, der dem Boden Nährstoffe zurückführe. Gleichzeitig könne eine den örtlichen Gegebenheiten angepasste Laubdecke den Wurzelraum von Gehölzen vor Trockenheit, Frosteinwirkung und Trittbelastung schützen.
Größere Tiere profitieren auch
Auch größere Tiere könnten profitieren: Als Beispiele nennt das Grünflächenamt Amphibien sowie Kleinsäuger wie Igel und Spitzmäuse, die Laub als Überwinterungshilfe und Nahrungshabitat nutzen könnten. Vögel fänden dort in der kalten Jahreszeit zudem kleine Insekten in verschiedenen Entwicklungsstadien und Schmetterlingsraupen als Proteinquelle.
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MAXLOK-Fakten
- Das Grünflächenamt räumt Laub in Parkanlagen regelmäßig von Wegen, Spielplätzen und Sportanlagen.
- Aus Effizienz- und Ergonomiegründen kommen dabei vor allem Akku-Laubbläser zum Einsatz.
- Auf ausgewählten Rasen- und Wiesenflächen bleibt Laub über den Winter liegen und wird teils erst im Februar entfernt, wenn es für den Erhalt der Vegetation nötig ist.
- In geschlossenen Gehölzbeständen wird Laub häufig bewusst belassen – als Schutz- und Nährstoffschicht sowie als Lebensraum; Ausnahmen gelten u. a. bei Flächen mit empfindlichen Frühlingsblühern.
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Quelle: Presse- und Informationsamt Frankfurt,
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