SECKBACH - Auf der Hochebene am Heiligenstock, am Rand von Seckbach, bietet der Frankfurter Grüngürtel im Wortsinn einen Höhepunkt. Von einer metallenen Aussichtsplattform kann man seit Frühjahr diesen Jahres die Blicke in die Ferne schweifen lassen. Montiert ist die Plattform auf der steinernen Gebäuderuine der Senderanlage, die einst auf dem Gelände des Heiligenstock stationiert war.
Ansicht oben: Zuvor waren die mit Graffitis verzierten Mauerreste eher ein skurriler Ort - doch jetzt können dort Spaziergänger und Radfahrer einen Stopp einlegen und die Aussicht genießen. Fotos: MAXLOK MEDIA
Aus der Ruine sei ein Ort geworden, der die Geschichte des Heiligenstocks erzähle und zum Entdecken des Grüngürtels einlade, hatte Tina Zapf-Rodriguez, Dezernentin für Klima, Umwelt und Frauen, anlässlich der Eröffnung der Attraktion im Frühjahr bekräftigt. In der Tat verbindet der Aussichtspunkt das Naturerlebnis mit der Frankfurter Radiogeschichte.
Historisch Relikte in besonderer Landschaft
Auf zwei Informationstafeln können Besucher erfahren, wie die frühere Sendeanlage auf dem Heiligenstock angelegt war. Die baulichen Überreste gehören zu zwei kleinen ehemaligen Technikgebäuden sowie dem früheren Senderhaus. Zudem gibt es noch die zum Teil überwachsenen Befestigungsfundamente der Sendemasten, die auf der Anhöhe errichtet waren.
Zur besseren Orientierung: Die Informationstafel liefert Erklärungen zur Landschaft und zur früheren Sendeanlage. Foto: MAXLOK MEDIA
Die ehemalige Funkanlage war Teil der frühen Radio-Ära. Vom Heiligenstock aus wurde Radiogeschichte geschrieben. Vier Jahrzehnte wurde der Sender Heiligenstock betrieben – von den frühen Programmen der Weimarer Republik über die Zeit des Wiederaufbaus bis in die 1960er-Jahre.
Konzept zur Sicherung des Areals
Über viele Jahre verfielen sowohl die Senderrelikte als auch Teile der Streuobstwiesen auf dem Heiligenstock. Im Jahr 2021 wurde deshalb ämterübergreifend ein Konzept zur Entwicklung des Areals erarbeitet. Ziel war, die historischen Spuren zu sichern und gleichzeitig die Landschaft zu öffnen, erlebbar zu machen und zu informieren – von den alten Streuobstwiesen bis zur Aussicht über Frankfurt.
Die Neugestaltung des Areals wurde maßgeblich durch den Regionalpark RheinMain unterstützt, der die neue Anlage mit einem Anteil von rund 60 Prozent gefördert hat. Insgesamt beliefen sich die Umgestaltungsmaßnahmen auf rund 113.000 Euro.
Skyline-Blick nur bedingt
Wer die wenigen Stufen rauf zur Plattform bewältigt, könnte ob der Aussicht jedoch etwas enttäuscht sein. Ein spektakulärer Blick auf die Skyline der Innenstadt bietet sich nicht. Allenfalls der Fernsehturm und die Spitzen weniger Hochhäuser sind am Horizont auszumachen - ansonsten bietet sich viel Grün. Streuobstwiesen, Felder und bei guter Sicht auch die Höhen des Taunus.
MAXLOK-360-GRAD: Der Rundblick, der sich von der Aussichtsplattform Heiligenstock bietet. Video: MAXLOK MEDIA / Audio: Envato-Lizenz
MAXLOK-Service
Wer sich von der Plattform aus sattgesehen hat, kann sich weiter der Radiogeschichte widmen: Über einen QR-Code können zwei unterschiedlich lange Radiomitschnitte aufgerufen und angehört werden.
Die Soundsequenzen stammen aus verschiedenen Epochen während des vierzigjährigen Bestehens des Senders - sie reichen von Tanzmusik in der Weimarer Republik, über Propaganda der Nationalsozialisten und Luftlagemeldungen, bis zum Bildungsprogramm Funkkolleg in den 1960er-Jahren. In der längeren Version wird der jeweilige historische Kontext der Radio-Sequenzen erläutert.
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Quelle: Presse- und Informationsamt Frankfurt

