Fünf Kommunalpolitiker erhalten Talisman-Preis / Feierstunde in der Paulskirche
FRANKFURT - Fünf Persönlichkeiten aus der Kommunalpolitik sind am Dienstagabend in der Frankfurter Paulskirche mit dem Talisman-Preis 2026 ausgezeichnet worden. Die Deutschlandstiftung Integration (DSI) würdigte damit ihren Einsatz für gesellschaftlichen Zusammenhalt, Vielfalt und politische Teilhabe. Zu den Rednern gehörten Entertainer Hape Kerkeling und der frühere Bundespräsident Christian Wulff.
Ansicht oben (zur vollen Größe anklicken): Sie sprachen für die Preisträger (v.l.): Bundespräsident a.D. Christian Wulff, Festredner Hape Kerkeling, Oberbürgermeister Mike Josef und Thomas Gauly, Gesellschafter der Deutschlandstiftung Integration. Foto: Stadt Frankfurt / Michael Braunschädel
Die Preisverleihung fand auf Einladung von Frankfurts Oberbürgermeister Mike Josef statt. Der historische Ort war bewusst gewählt: Die Paulskirche gilt als Symbol der deutschen Demokratiebewegung. Mit der Veranstaltung wollte die Stiftung die Bedeutung kommunalpolitischen Engagements für eine offene Gesellschaft hervorheben.
Die Ausgezeichneten
Ausgezeichnet wurden Yannick Bares, Ortsbürgermeister von Rhaunen in Rheinland-Pfalz, für die Schaffung von Begegnungsorten und generationenübergreifenden Angeboten sowie Maria Helmis-Arend aus Köln für ihr Engagement für kulturelle Teilhabe und die freie Kulturszene.
Weitere Preisträger sind Onyeka Oshionwu, die am 1. November ihr Amt als Oberbürgermeisterin von Göttingen antreten soll, für ihren Einsatz für Bürgerdialog und politische Beteiligung, sowie die frühere Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker für ihr langjähriges Engagement gegen Ausgrenzung. Stephanie Rikl, Bürgermeisterin von Ostritz in Sachsen, wurde für die Stärkung des Gemeinwesens und die Beteiligung junger Menschen geehrt.
Oberbürgermeister Josef warnte in seiner Begrüßung vor zunehmend rauen gesellschaftlichen Debatten und Ausgrenzung aufgrund von Herkunft oder Religion. Die Geehrten zeigten, wie Integration und gesellschaftliche Teilhabe auf kommunaler Ebene gefördert werden könnten.
Auch gegen Widerstände Verantwortung übernehmen
Festredner Hape Kerkeling betonte die Bedeutung des unmittelbaren Lebensumfelds: „Integration beginnt nicht bei der Nation, sondern in der Gemeinde und der Nachbarschaft.“ Der frühere Bundespräsident Christian Wulff würdigte in seiner Laudatio den Mut der Ausgezeichneten, auch gegen Widerstände Verantwortung zu übernehmen.
Die Stiftung stellte zudem ihr neues Projekt „Politix – Deine Stimme vor Ort“ vor. Das von der Stiftung Mercator geförderte Programm soll junge Menschen für Kommunalpolitik begeistern und ihr Engagement vor Ort stärken.
Die unabhängige und überparteiliche Deutschlandstiftung Integration unterstützt junge Menschen mit Einwanderungsgeschichte bei ihrer persönlichen und beruflichen Entwicklung. Nach eigenen Angaben hat sie bereits mehr als 2700 Stipendiaten gefördert und zählt rund 1400 Ehrenamtliche.
Der Talisman-Preis wurde 2019 erstmals unter diesem Namen an die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer vergeben. Durch den Abend führte Boussa Thiam, musikalisch begleitet vom neu gegründeten DSI-Orchester unter Leitung von Elisabeth Tzschentke.
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Quelle: Presse- und Informationsamt Frankfurt;
