Tag der Deutschen Einheit in Frankfurt: Mike Josef wirbt für mehr Zusammenhalt
FRANKFURT - Frankfurt hat den Tag der Deutschen Einheit mit einer Feierstunde in der Paulskirche begangen. Im Mittelpunkt standen dabei der gesellschaftliche Zusammenhalt und die Frage, was eine demokratische Gesellschaft zusammenhält – Themen, die in Redebeiträgen und Musik immer wieder aufgegriffen wurden.
Ansicht oben (zur vollen Größe anklicken): Oberbürgermeister Mike Josef dankt Sebastian Krumbiegel für seine Worte und Darbietung zum Tag der Deutschen Einheit. Foto: Stadt Frankfurt / Chris Christes
Geprägt wurde die Veranstaltung von Sebastian Krumbiegel, Sänger der Band „Die Prinzen“, der am Flügel und mit mehreren Liedern durch das Programm führte. Krumbiegel verband seine Musik mit persönlichen Gedanken über Demokratie, Haltung und Verantwortung. In der Paulskirche spielte er unter anderem Stücke mit Titeln wie „Die Demokratie ist weiblich“, „Ich bin dafür“ und „Nicht nochmal“.
Eine fortlaufende Aufgabe
Auch Oberbürgermeister Mike Josef richtete den Blick in seiner Ansprache auf den Zusammenhalt in der Gesellschaft. Er erinnerte an den Satz Willy Brandts „Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört“ und betonte dabei das „wächst“. Auch mehr als drei Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung sei Zusammenwachsen eine fortlaufende Aufgabe.
Josef sprach zugleich von einer Entwicklung, bei der Teile der Gesellschaft wieder auseinanderdrifteten, und warnte davor, Debatten von Resignation bestimmen zu lassen. Stattdessen plädierte der Oberbürgermeister für mehr Zuversicht, dass Veränderungen möglich sind. Dieser Optimismus sei aus seiner Sicht für Ostdeutsche wie Westdeutsche gleichermaßen wichtig – und für das Land insgesamt.
Auch hob Josef hervor, dass Demokratie davon lebe, dass Menschen sich engagieren und ihre Wirksamkeit erfahren. Krumbiegel knüpfte an diese Gedanken an und beschrieb Demokratie als etwas Wertvolles und zugleich Verletzliches, um das sich Menschen kümmern müssen. Er verwies dabei auch auf eigene Erfahrungen: Er sei 23 Jahre in der DDR aufgewachsen und habe dort Meinungs- und Kunstfreiheit nicht erlebt. Gerade deshalb schätze er den freiheitlichen, demokratischen Rechtsstaat, sagte Krumbiegel – und betonte, Demokratie sei kein Selbstläufer.
Bedeutung des Grundgesetzes
In seinen Ausführungen sprach Krumbiegel außerdem über die Bedeutung des Grundgesetzes. Artikel 1 („Die Würde des Menschen ist unantastbar“) nannte er einen der wichtigsten Sätze, weil er für alle Menschen gelte – unabhängig von Herkunft. Neben seiner Musik engagiert sich Krumbiegel nach Angaben der Stadt seit vielen Jahren gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit sowie für eine offene Gesellschaft.
Am Ende der Feierstunde stand die Botschaft, dass gesellschaftlicher Zusammenhalt und demokratische Werte aktiv gelebt und verteidigt werden müssen – in Politik und Alltag. Josef zeigte sich trotz der angesprochenen Spannungen optimistisch, dass sich die Stimmung im Land ändern lasse und ein erneutes Zusammenwachsen möglich sei.
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Quelle: Presse- und Informationsamt Frankfurt,
