Frankfurt erneuert weiteren Teil der Wallanlagen
INNENSTADT - Mit dem Abschluss des zweiten Bauabschnitts ist die Friedberger Anlage in der Innenstadt wieder weitgehend für die Öffentlichkeit zugänglich. Die Arbeiten zwischen der Zeil und dem Bereich südöstlich der Julius-Leber-Schule wurden Ende April beendet. Die Stadt setzt damit die umfassende Erneuerung der Frankfurter Wallanlagen fort, die als historischer Grüngürtel die Innenstadt umschließen.
Ansicht oben (zur vollen Größe anklicken): Neu angelegte Beete stärken die ökologische Vielfalt der Wallanlagen. Foto: Grünflächenamt Frankfurt
Im Mittelpunkt der Umgestaltung standen eine bessere Wegeführung sowie eine naturnahe Weiterentwicklung der Grünflächen. Schmale Parallelwege wurden zurückgebaut, während der zentrale Hauptweg mit dem für die Wallanlagen typischen Natursteinpflaster versehen wurde. Die Nebenwege erhielten eine wassergebundene Decke. Nach Angaben des Grünflächenamtes sollten die Maßnahmen sowohl die Aufenthaltsqualität als auch die ökologische Funktion der Anlage verbessern.
Umweltdezernentin Tina Zapf-Rodríguez bezeichnete die Wallanlagen als einen der „schönsten Orte" Frankfurts. Ziel sei es, den historischen Grünzug langfristig als Raum für Erholung, Stadtnatur und Biodiversität zu sichern. Auch die Leiterin des Frankfurter Grünflächenamtes, Heike Appel, betonte, dass die Neugestaltung unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes erfolgt sei.
Insektenfreundliche Beleuchtung
Im Zuge der Arbeiten wurden neue Bäume und Pflanzflächen angelegt. Gepflanzt wurden unter anderem fünf großfrüchtige Eichen sowie ein Geweihbaum. Ergänzt wird die Bepflanzung durch Wiesenflächen, Staudenbeete und Krautsäume mit Arten wie Herbst-Anemonen, Elfenblumen und Sonnenhut. Diese sollen zusätzlichen Lebensraum für Insekten schaffen. Entlang des Hauptwegs wurden außerdem neue insektenfreundliche Lampen installiert, die nachtaktive Tiere möglichst wenig beeinträchtigen sollen.
Auch historische Elemente der Anlage wurden stärker hervorgehoben. Das Denkmal für den Frankfurter Gartenplaner Sebastian Rinz (1782 bis 1861) sowie die Gedenktafel für den früheren Bürgermeister Victor Fellner (1807 bis 1866) erinnern an die Geschichte der Wallanlagen, die Anfang des 19. Jahrhunderts nach dem Abriss der früheren Stadtbefestigung entstanden. Bis heute schützt die sogenannte Wallservitut den ringförmigen Grünzug weitgehend vor Bebauung.
Neben den ökologischen Maßnahmen wurden auch die Freizeitangebote erweitert. An Stelle der früheren Bolzplatzfläche wurde ein moderner Bolzplatz geschaffen. Zusätzlich entstanden neue Bereiche mit Basketballkorb und Tischtennisplatte.
Wallanlagen wichtig für die Frankfurter
Die Bedeutung der Wallanlagen für die Frankfurter Bevölkerung unterstrich die Umweltdezernentin mit Verweis auf eine aktuelle repräsentative Umfrage. Demnach wünschen sich 95 Prozent der Befragten, dass der besondere Schutz der Grünflächen erhalten bleibt. Nach Ansicht des Dezernats müsse die historische Wallservitut künftig an heutige ökologische Anforderungen angepasst werden, insbesondere mit Blick auf Klimawandel und Bevölkerungswachstum.
Die Friedberger Anlage ist inzwischen nahezu vollständig wieder geöffnet. Einzelne Rasen- und Wiesenflächen bleiben allerdings vorerst abgesperrt, damit sich die neu angelegten Bereiche weiter entwickeln können.
MAXLOK-Fakten
- Der zweite Bauabschnitt der Friedberger Anlage in den Frankfurter Wallanlagen ist abgeschlossen und die Fläche wieder weitgehend geöffnet.
- Wege und Aufenthaltsbereiche wurden neugestaltet, darunter neue Natursteinwege sowie moderne Sport- und Freizeitflächen.
- Die Stadt setzt auf mehr Biodiversität durch neue Bäume, Wiesen, Staudenbeete und insektenfreundliche Beleuchtung.
- Frankfurt bekräftigt den langfristigen Schutz der historischen Wallanlagen und verweist auf breite Unterstützung in der Bevölkerung.
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Quellen: Presse- und Informationsamt Frankfurt; Grünflächenamt
