Malaria in Frankfurt: Zwei neue Fälle in Schwanheim

15.09.2026
Von Bernd Günther


Nach Airport-Fällen mit zwei Toten - Malaria-Infektionen weiten sich auf Flughafenumfeld aus

FRANKFURT - Das Malaria-Geschehen rund um den Frankfurter Flughafen hat sich ausgeweitet. Das Gesundheitsamt meldet zwei weitere Fälle von Malaria tropica. Die beiden Betroffenen leben in Schwanheim und damit in unmittelbarer Nähe des Airports. Anders als bei den sechs bislang bekannten Erkrankungen arbeiten sie jedoch nicht am Flughafen. Auch eine vorherige Reise in ein Malaria-Endemiegebiet gab es nach Angaben der Behörde nicht.

Ansicht oben (zur vollen Größe anklicken): Gefährliche Fracht - womöglich aus fernen Ländern eingeschleppte Mücken haben für mehrere Malaria-Fälle am Flughafen gesorgt. Jetzt sind erstmals in Nachbarschaft zum Flughafen, im Stadtteil Schwanheim, weitere Erkrankungen aufgetreten. Foto über Pexels
 
Wie sich die beiden Personen mit dem Erreger Plasmodium falciparum infiziert haben, ist bislang ungeklärt. Das Gesundheitsamt untersucht die Fälle. Ob ein Zusammenhang mit den seit Juli bekannt gewordenen Erkrankungen am Flughafen besteht, lässt sich derzeit ebenfalls noch nicht sicher sagen. Spezialuntersuchungen im Labor sollen dazu weitere Erkenntnisse liefern.
 

Wohnumfeld des Flughafens im Fokus

Damit rückt bei den Untersuchungen nun erstmals auch das Wohnumfeld des Flughafens stärker in den Fokus. Das Gesundheitsamt hat die Kassenärztliche Vereinigung Hessen und die zuständigen Infektionsschutzbehörden über die Entwicklung informiert. Ärzte und Klinikpersonal sollen bei Patienten mit unklarem Fieber eine Malaria-Erkrankung auch dann in Betracht ziehen, wenn keine vorherige Reise in ein Risikogebiet vorliegt. Das gilt besonders für Menschen, die am oder im Umfeld des Flughafens arbeiten, sich dort aufgehalten haben oder in der Nähe wohnen.

 
Zu den möglichen Symptomen gehören neben Fieber auch Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Magen-Darm-Beschwerden. Bei früher Diagnose und schnell eingeleiteter Therapie ist Malaria tropica nach Angaben des Gesundheitsamtes gut und vollständig behandelbar.
 
Auch Bewohner des Flughafenumfelds werden zu erhöhter Aufmerksamkeit aufgerufen. Wer entsprechende Beschwerden entwickelt, sollte zeitnah ärztlichen Rat suchen und dabei ausdrücklich auf seinen Wohnort beziehungsweise einen Aufenthalt in der Nähe des Airports hinweisen.
 

Tragische Entwicklung bisher

Bereits seit Anfang Juli waren sechs Menschen an Malaria tropica erkrankt, die sich im Zusammenhang mit ihrer beruflichen Tätigkeit am Frankfurter Flughafen aufgehalten hatten. Fünf Fälle traten Anfang Juli auf, ein weiterer Mitte August. Zwei der Erkrankten starben. Keiner der sechs Betroffenen hatte zuvor ein Malaria-Endemiegebiet bereist oder eine Bluttransfusion erhalten.
 
Bei der sogenannten Flughafenmalaria können infizierte Anophelesmücken mit Flugzeugen aus Endemiegebieten eingeschleppt werden und anschließend Menschen am Flughafen oder in dessen Umgebung stechen. Welchen Weg die Mücken in den Frankfurter Fällen genommen haben, ist bislang nicht geklärt.
 
Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch findet im normalen Alltagskontakt nicht statt. Zur Übertragung ist in der Regel der Stich einer infizierten Mücke erforderlich. Die Stadt stuft Flughafenmalaria grundsätzlich als ausgesprochen seltenes Ereignis ein.
 
Für Fragen hat das Gesundheitsamt eine Hotline unter 069/212-30030 eingerichtet.
 
----------
 

MAXLOK-Fakten

  • Zwei neue Fälle: Zwei Menschen aus Schwanheim sind an Malaria tropica erkrankt. Sie arbeiten nicht am Flughafen und waren zuvor nicht in einem Malaria-Endemiegebiet.
  • Ursache noch offen: Das Gesundheitsamt untersucht, wie es zu den Infektionen kam und ob ein Zusammenhang mit den bisherigen Flughafenfällen besteht.
  • Bereits zwei Todesfälle: Seit Juli waren zuvor sechs Menschen mit beruflichem Bezug zum Flughafen erkrankt; zwei von ihnen starben. maxlok.city
  • Keine Ansteckung im Alltag: Malaria wird im normalen Alltagskontakt nicht von Mensch zu Mensch übertragen. Die Behörde ruft Menschen im Flughafenumfeld bei unklarem Fieber dennoch zu erhöhter Aufmerksamkeit auf.
 

MAXLOK-Service

  • Erkrankung: Malaria tropica
  • Erreger: Plasmodium falciparum
  • Aktuell neu: zwei Fälle in Frankfurt-Schwanheim
  • Symptome: insbesondere Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Magen-Darm-Beschwerden
  • Wichtig: Bei entsprechenden Beschwerden im Flughafenumfeld zeitnah ärztlichen Rat einholen und auf Wohnort beziehungsweise Aufenthalt nahe dem Flughafen hinweisen.
  • Hotline des Gesundheitsamtes: 069/212-30030
  • Übertragung: im Alltag nicht von Mensch zu Mensch; typischerweise durch den Stich einer infizierten Mücke.
----------- 
 
Quelle: Presse- und Informationsamt Frankfurt;