Aktualisierung / 12. Mai: Die vier Passagiere sind nach ihrer Einlieferung in die Uniklinik Frankfurt eingehend auf akute Krankheitssymptome untersucht worden. Zwischenzeitlich konnten sie die Uniklinik wieder verlassen. Alle untersuchten Passagiere seien "komplett asymptomatisch" gewesen. Dies berichtete der Leiter der Isolierstation der Frankfurter Uniklinik, Timo Wolf. Sie seien jeweils in die Bundesländer ihrer Wohnorte verlegt worden, um dort in die weitere vorsorgliche Quarantäne zu gehen. Wo sie diese verbringen, entscheiden jeweils die zuständigen Gesundheitsämter vor Ort. Bei den Bundesländern soll es sich um Baden-Württemberg, Bayern, Berlin und Sachsen handeln.
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FRANKFURT - Vier deutsche Passagiere des von einem Hantavirus-Ausbruch betroffenen Kreuzfahrtschiffs "Hondius" sind im Uniklinikum Frankfurt aufgenommen worden. Die Kreuzfahrturlauber sind in einem aufwendigen Sondereinsatz in der Nacht auf Montag (11. Mai) von einem Militärflughafen im niederländischen Eindhoven nach Frankfurt überführt worden.
Ansicht oben (zur vollen Größe anklicken): Ein Teil des Konvois, der aus mehreren Rettungswagen und Spezialfahrzeugen bestand, parkt vor dem Uniklinikum Frankfurt. Foto: © 5vision.news
Der Konvoi kam um 2.00 Uhr früh in Frankfurt an. Die Uniklinik am Main verfügt über eine gesonderte Isoliereinheit für hochansteckende und teils lebensbedrohliche Viruserkrankungen. Alle vier Personen sollen keine Symptome einer Ansteckung oder Erkrankung gezeigt haben. Dies berichten Nachrichtenagenturen unter Berfugung auf das spanische Gesundheitsministerium.
Passagiere und Teile der Crew evakuiert
Das Kreuzfahrtschiff "Hondius" ist am Sonntagmorgen (10. Mai) im Süden Teneriffas, im Hafen Granadilla, eingelaufen. Alle Passagiere und ein Teil der Schiffsbesatzung seien evakuiert und in ihre jeweiligen Heimatländer geflogen worden.
Die vier nun in Frankfurt aufgenommenen Menschen waren von der Kanareninsel aus zunächst in die Niederlande geflogen worden. Vom Militärflughafen bei Eindhoven startete dann die Überführung nach Deutschland.
Kräfte der Feuerwehr Frankfurt beteiligt
Im Einsatz waren Kräfte der Feuerwehr Frankfurt und der Feuerwehr aus Essen, die auch über einen speziellen Infektions-Rettungswagen verfügt. Der Sonderisoliertransport - eine Kolonne aus zahlreichen Einsatzfahrzeugen - erreichte nach mehreren Stunden Fahrt die Uniklinik im Frankfurter Stadtteil Niederrad.
Da die vier Personen als Hochrisikokontakte eingestuft werden, müssen sie weitere 42 Tage lang streng beobachet werden, heißt es. Dies sei notwendig, weil die Inkubationszeit bei Infektionen mit dem Hantavirus nach Angaben des Robert Koch-Instituts bis zu sechs Wochen lang sein kann.
Die betroffenen Personen sollen in Frankfurt zunächst untersucht werden. Vorgesehen sei, sie dann zur mehrwöchigen Quarantäne in die Bundesländer zu verlegen, in denen sie ihre Wohnorte haben.
Bislang drei Todesfälle bekannt
Der Virustyp, der bei dem Infektionsausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff identifiziert werden konnte, soll - anders als die in Deutschland bekannte Variante des Hantavirus - von Mensch zu Mensch übertragen werden können, heißt es in einer Stellungnahme des Robert Koch-Instituts (RKI). Infolge des Infektionsausbruchs auf der "Hondius" sind bisher drei Todesfälle bekannt - unter den Opfern ist auch eine deutsche Passagierin.
Aktuell zwei weitere Infektionen
Zwischenzeitlich sollen aber zwei weitere Passagiere der "Hondius" positiv auf den Erreger getestet worden sein: eine französische Passagierin und ein amerikanischer Passagier, berichtet die internationale Nachrichtenagentur Reuters.
MAXLOK-Hintergrund
- Das Kreuzfahrtschiff "Hondius", das unter niederländischer Flagge registriert ist, war am 1. April in Südargentinien gestartet.
- Auf dem Schiff kam es zu einem Ausbruchgeschehen mit Hantaviren (laut Robert Koch-Institut handelt es sich um Andesviren, die in Südamerika vorkommen).
- Drei Personen sind bislang im Rahmen des Ausbruchs verstorben, darunter eine Person aus Deutschland.
- Das Robert Koch-Institut bekräftigt, dass "keine Pandemiegefahr" bestehe. Die Gefahr, die von dem Hantavirus ausgehe, sei auch nicht mit dem Coronavirus vergleichbar.
- Hantavieren kommen weltweit vor, schreibt das Robert Koch-Institut. Sie sollen in erster Linie über die Ausscheidungen verschiedener Nagetiere übertragen werden.
- Das Europäische Zentrum für Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) schätzt bislang "das Risiko für die Allgemeinbevölkerung in der Europäischen Union durch das von diesem Kreuzfahrtschiffausbruch ausgehenden Hantavirus als sehr gering ein".
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Quellen: Robert Koch-Institut, Weltgesundheitsorganisation (WHO), Europäische Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC), Feuerwehr Frankfurt, Uniklinikum Frankfurt
