Ausstellung im Historischen Museum zeigt Zukunft des Bolongaropalastes auf
HÖCHST / ALTSTADT - Der westliche Stadtteil Höchst bekommt ein eigenes Museum – und die Frankfurter können schon jetzt sozusagen einen Blick hinter die Kulissen werfen. Mit der neuen Stadtlabor-Ausstellung „Höchst erzählt! Über das Museum im Bolongaropalast" präsentiert das Historische Museum Frankfurt nun die Inhalte, Ideen und Entstehungsprozesse des künftigen Museums im Bolongaropalast. Die am Mittwoch eröffnete Ausstellung läuft bis zum 28. Februar 2027 und dient zugleich als Auftakt für die Eröffnung des Museums, die für den Sommer 2027 geplant ist.
Ansicht oben (zur vollen Größe anklicken): Der Bolongaropalast in Höchst präsentiert sich weiterhin als Baustelle. Der zum Mainufer gerichtete Garten wird nach historischem Vorbild saniert. Auch im Palast laufen noch Arbeiten. Foto: MAXLOK MEDIA
Stadtlabor-Ausstellung in Kooperation mit Vereinen
Ansicht oben: Zu den herausragenden Exponaten gehört der Bolongaro-Wandteppich. Foto: Historisches Museum / Jens Gerber
Präsentiert wird etwa der Bolongaro-Wandteppich. Das textile Gemeinschaftswerk entstand zwischen 2016 und 2020 unter Beteiligung von rund 500 Menschen aus Höchst. In bunten Garnen halten die Beteiligten ihre Erinnerungen, Lieblingsorte und Geschichten fest. Der Teppich erzählt damit nicht nur die Geschichte eines Stadtteils, sondern dokumentiert auch dessen Vielfalt.
Einen Schwerpunkt bildet zudem die Geschichte der Familie Bolongaro. Die aus Norditalien stammenden Kaufleute gehörten im 18. Jahrhundert zu den erfolgreichsten Tabakhändlern Europas und ließen zwischen 1772 und 1780 den heutigen Bolongaropalast errichten. Ihre Geschichte bildet einen wichtigen Ausgangspunkt für die künftige Dauerausstellung.
Porzellanproduktion erleben
Auch die traditionsreiche Porzellanherstellung in Höchst wird erlebbar gemacht. In einer virtuellen Werkstatt können Besucher selbst Arbeitsschritte wie Formen, Drehen oder Dekorieren ausprobieren und eigene Entwürfe gestalten. Die interaktive Station entstand gemeinsam mit der Höchster Porzellan-Manufaktur und der Hochschule für Gestaltung Offenbach.
Ein besonders eindrucksvoller Beitrag widmet sich der ehemaligen Höchster Synagoge. Das 1905 errichtete Gotteshaus wurde während der Novemberpogrome 1938 zerstört und ein Jahr später abgetragen. Mithilfe einer digitalen Rekonstruktion wird die Synagoge wieder sichtbar. Ergänzt wird die Präsentation durch ein Tastmodell, das auch blinden und sehbehinderten Menschen einen Zugang ermöglicht.
Ansicht oben: Blick in den Bolongaropalast, der eindrucksvolle Zimmerfluchten bietet. Foto: Historisches Museum Frankfurt / Benedigt Seemann
Weitere Beiträge beschäftigen sich mit der Geschichte der Hoechst AG als prägendem Arbeitgeber der Region, mit den umfangreichen Sammlungen des Höchster Geschichtsvereins sowie mit den Erfahrungen von Menschen mit Migrationsgeschichte. So richtet Stadtforscherin Tülây Güneş in ihren Projekten den Blick auf das postmigrantische Höchst und fragt nach Zugehörigkeit, Sichtbarkeit und gesellschaftlicher Teilhabe.
Umfangreiches Begleitprogramm
Begleitet wird die Ausstellung von einem umfangreichen Jahresprogramm. Geplant sind unter anderem Fahrradtouren, Fährfahrten auf dem Main, Baustellenführungen im Bolongaropalast, Filmabende, Workshops, Diskussionsveranstaltungen und Stadtführungen. Besonderes Augenmerk legen die Veranstalter auf Barrierefreiheit. Angebote in Einfacher Sprache, Führungen in Deutscher Gebärdensprache sowie Programme für blinde und sehbehinderte Menschen sollen möglichst vielen Besucherinnen und Besuchern den Zugang ermöglichen.
Ansicht oben: Auch der Pelikan vom Dach des Bolongaropalastes ist in der Ausstellung zu sehen. Foto: Historisches Museum Frankfurt
Zur Ausstellung erscheint außerdem eine 76-seitige, reich bebilderte Publikation in Einfacher Sprache. Sie erläutert die Inhalte und Entstehungsprozesse der Ausstellung und wurde von einer Testgruppe auf Verständlichkeit geprüft.
Die Stadtlabor-Ausstellung versteht sich damit nicht nur als Vorschau auf das Museum im Bolongaropalast. Sie ist zugleich ein Experiment darüber, wie Stadtgeschichte gemeinsam erzählt werden kann – und wie ein Museum entstehen kann, das die Menschen eines Stadtteils aktiv einbezieht.
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MAXLOK-Fakten
- Vorgeschmack auf das neue Museum: Die Ausstellung „Höchst erzählt!" gibt bis Februar 2027 Einblicke in das künftige Museum im Bolongaropalast, das im Sommer 2027 eröffnet werden soll.
- Partizipatives Konzept: Insgesamt 23 Ausstellungsbeiträge wurden gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern, Vereinen und Initiativen aus Höchst entwickelt.
- Zentrale Themen der Höchster Geschichte: Behandelt werden unter anderem die Familie Bolongaro, die Porzellanherstellung, die Geschichte der Höchster Synagoge, die Hoechst AG sowie Migration und Stadtentwicklung.
- Umfangreiches Begleitprogramm: Führungen, Workshops, Filmabende, Fährfahrten und Diskussionsveranstaltungen sollen die Auseinandersetzung mit dem Frankfurter Westen vertiefen.
MAXLOK-Service
- Ausstellung: Höchst erzählt! Über das Museum im Bolongaropalast
- Ort: Historisches Museum Frankfurt, Stadtlabor (Ebene 3)
- Laufzeit: 10. Juni 2026 bis 28. Februar 2027
- Eintritt: 8 Euro, ermäßigt 4 Euro
- Freier Eintritt: Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre
- Öffnung des Museums im Bolongaropalast: Sommer 2027
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Quellen: Presse- und Informationsamt Frankfurt; Historisches Museum Frankfurt;



