Wohnquartier Leuchte im Ortsbeirat vorgestellt / Weitere 220 Wohneinheiten / Mieter sollen im Dezember einziehen
BERGEN-ENKHEIM - In Bergen-Enkheim entsteht neuer Wohnraum für mehrere hundert Menschen. Die Nassauische Heimstätte hat in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats 16 am Dienstag (18. August) den aktuellen Stand ihres Neubauprojekts vorgestellt. Insgesamt umfasst das Vorhaben rund 220 Wohnungen. Die ersten sollen zum 1. Dezember 2026 bezugsfertig sein, ein weiterer Bauabschnitt folgt nach derzeitiger Planung zum 1. Februar 2027. Ein Vertreter des Unternehmens bekräftigte gegenüber den Ortsvertretern, dass die Arbeiten im Zeitplan lägen.
Ansicht oben (zur vollen Größe anklicken): Lange standen nur Bauschilder auf dem Areal an der Leuchte am südöstlichen Rand von Bergen-Enkheim. Unter anderem bereitete das Grundwasser Probleme. Zuvor hatte es schon Jahrzehnte gedauert bis das Quartier geplant war - jetzt erreicht ein zentrales Bauprojekt aber die Zielgerade. Foto: MAXLOK MEDIA
Ein Schwerpunkt liege auf gefördertem Wohnraum. Insgesamt liege der Förderanteil des Projekts bei annähernd 70 Prozent, erklärte der Vertreter der Wohnungsbaugesellschaft, die mehrheitlich in öffentlicher Hand ist. Das Projekt, das sich auf zwei Baufelder an der neuen Straße Auf der Sandkaute verteilt, umfasst insgesamt neun Gebäude.
Bei einem der vorgestellten Baufelder mit 58 Wohnungen entfielen 21 Wohnungen auf den ersten Förderweg für Haushalte mit geringeren Einkommen, 19 auf den zweiten Förderweg für mittlere Einkommen. Weitere 18 Wohnungen werden frei finanziert vermietet.
Vermarktung der Wohnung bereits gestartet
Für die frei finanzierten Wohnungen habe die Vermarktung bereits begonnen. Die Mieten sollen nach Angaben des Unternehmens zwischen etwa 16,70 und 20 Euro pro Quadratmeter liegen. Bei geförderten Wohnungen richteten sich die Vergabe nach den jeweiligen Förderbedingungen. Bewerber mit Wohnberechtigungsschein würden teilweise über Vorschläge des Wohnungsamtes vermittelt. Für die übrigen Wohnungen laufe die Bewerbung über die Nassauische Heimstätte.
Diskutiert wurde im Ortsbeirat auch die Zahl der Stellplätze. Für einen Teil des Projekts wurden 53 Stellplätze unter den Gebäuden sowie weitere oberirdische Plätze genannt. Hinzu kommen Abstellmöglichkeiten für Fahrräder und Carsharing-Angebote. Mehrere Anwohner äußerten angesichts der zusätzlichen Wohnungen die Sorge, dass sich die Parksituation im Umfeld verschärfen könnte.
Schon jetzt seien die Wohnstraßen tagsüber komplett zugeparkt, schilderte ein Anwohner, der künftig "das komplette Parkchaos" in dem Teil von Bergen-Enkheim befürchtete. Eine andere Anwohnerin bekräftigte wiederum, dass weniger Parkplätze letztlich klimatische Vorteile hätten.
Pelletanlage für Nahwärmenetz
Die Wärmeversorgung des gesamten Quartiers soll über ein Nahwärmenetz erfolgen. Nach Angaben der Planer werden alle rund 220 Wohnungen an eine zentrale Pelletanlage angeschlossen. Die Gebäude sollen einen hohen energetischen Standard erreichen. Vorgesehen sind außerdem Grünflächen, Bäume sowie ein größerer Spiel- und Bewegungsbereich.
Zum Projekt gehören auch zwei Gewerbeeinheiten im Erdgeschoss. Eine umfasst rund 50 Quadratmeter, die zweite etwa 80 Quadratmeter. Für die größere Fläche laufen nach Angaben des Vertreters der Nassauischen Heimstätte bereits Gespräche mit möglichen Interessenten für einen Gastronomiebetrieb..
Aus dem Ortsbeirat und von Anwohnern kamen zugleich Forderungen, den Klimaschutz bei der Gestaltung der Außenflächen stärker zu berücksichtigen. Angesprochen wurden insbesondere zusätzliche Bäume und Verschattung. Die Nassauische Heimstätte verwies auf die genehmigte Planung mit Grünflächen und Baumpflanzungen.
Neue Buslinienführung mit zwei Haltestellen
Auch die Wege durch das neue Quartier waren Thema. Nach Angaben der NH-Vertreter sind wesentliche Fußwege als "halböffentliche Flächen" vorgesehen, die frei zugänglich bleiben sollen. Damit sollen Verbindungen durch das Quartier auch für Menschen aus der Nachbarschaft erhalten werden.
Auf den Hinweis einer Bürgerin, dass das Quartier am Rand von Bergen-Enkheim schlecht an den öffentlichen Nahverkehr angeschlossen und der Fußweg zur U-Bahn-Haltestelle am Hessen-Center zu lang sei, verwies Ortsvorsteher Wilfried Bender auf geplante Verbesserungen. Nach seinen Angaben plant die Verkehrsgesellschaft Frankfurt die Buslinie 42 über die Straße Leuchte, entlang des neuen Wohnquartiers, zu führen - dabei würden zwei neue Haltestellen eingerichttet.
Großes Interesse an den Wohnungen
Die ersten neuen Bewohner sollen im Dezember einziehen. Weitere Wohnungen folgen Anfang 2027.
Wie groß der Bedarf an dem neuen und geförderten Wohnraum ist, verdeutlichten mehrere Bürger, die in der Ortsbeiratssitzung ihr Interesse an dem neuen Wohnraum bekundeten. Ein Mann schilderte, dass er schon sei Jahren erfolglos eine größere und familiengerechte Wohnung suche.
Die Vertreter der Nassauischen Heimstätte verwiesen darauf, dass die Vergabe von Wohnungen anhand von Förderbedigungen, Haushaltsgrößen, Wohnungsgrößen und letztlich anhand verfügbarer Wohnungen geregelt sei.
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MAXLOK-Service
- Projekt: Wohnungsneubau in Bergen-Enkheim
- Bauträger: Nassauische Heimstätte/Wohnstadt
- Umfang: rund 220 Wohnungen
- Förderanteil: knapp 70 Prozent
- Wohnformen: geförderte und frei finanzierte Mietwohnungen
- Freie Mieten: laut Unternehmen etwa 16,70 bis 20 Euro je Quadratmeter
- Erster Bezug: 1. Dezember 2026
- Weiterer Bauabschnitt: 1. Februar 2027
- Wärmeversorgung: Nahwärmenetz mit zentraler Pelletanlage
- Zusätzlich: Grün- und Spielflächen, Fahrradstellplätze, Carsharing, zwei Gewerbeeinheiten
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Quelle: Sitzung des Ortsbeirats Bergen-Enkheim

