Berger Tierschau zeigt die andere Seite der Metropole

02.09.2026
Von Bernd Günther


Frankfurts Landwirtschaft zeigt sich in Bergen / 4000 Hektar Ackerflächen in der Großstadt

BERGEN-ENKHEIM - Kühe aus Bergen-Enkheim, Schweine aus Harheim und Simmentaler Rinder aus Nieder-Erlenbach: Bei der 48. Berger Tierschau hat sich Frankfurt am Dienstag von einer Seite gezeigt, die im Alltag der Großstadt leicht aus dem Blick gerät. Am Frohngrundweg präsentierten heimische Betriebe ihre Tiere und Erzeugnisse. Eröffnet wurde die traditionsreiche Veranstaltung von Bürgermeister und Wirtschaftsdezernent Nils Kößler.

Ansicht oben (zur vollen Größe anklicken): Nicht nur Hochhäuser und Finanzen, sondern auch Landwirtschaft und Vieh sind wichtige Teile der Wirtschaft in Frankfurt. Foto über Pexels

Die Tierschau bildete am Dienstag, 1. September, zugleich einen der traditionellen Schlusspunkte des viertägigen Berger Marktes. Sie ist nach Angaben der Stadt die letzte verbliebene Tierschau in Frankfurt. Rund 70 Landwirtinnen und Landwirte bewirtschaften demnach noch Flächen innerhalb der Mainmetropole.

 

Landwirtschaft ist keine Randerscheinung

Dass Landwirtschaft in Frankfurt keineswegs nur eine Randerscheinung ist, zeigt auch ihre Fläche: Nach Angaben der Stadt werden rund 4.000 Hektar landwirtschaftlich genutzt. Das entspricht etwa einem Sechstel des gesamten Stadtgebiets. Rund 90 Prozent davon dienen dem Ackerbau. Besonders große zusammenhängende Agrarflächen finden sich im Norden der Stadt, aber auch rund um Sindlingen und Zeilsheim. Fruchtbare Lössböden und das vergleichsweise milde Klima bieten dabei günstige Bedingungen.

Wie unterschiedlich die Betriebe arbeiten, wurde bei der Tierschau im Frohngrund sichtbar. Neben Milchkühen aus Bergen-Enkheim waren Tiere aus einer Schweinezucht in Harheim sowie Simmentaler Rinder aus Nieder-Erlenbach zu sehen. Damit rückten die Veranstalter bewusst eine Landwirtschaft in den Mittelpunkt, die über bekannte Frankfurter Produkte wie Kräuter für die Grüne Soße oder Äpfel für den Apfelwein hinausgeht.

 

Bergen und der Viehmarkt

Bürgermeister Kößler hob bei der Eröffnung die wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung der Betriebe hervor. Landwirtschaft gehöre ebenso zur Wirtschaftsstruktur Frankfurts wie die weithin sichtbaren Branchen der Finanz- und Wirtschaftsmetropole. Die Betriebe erzeugten regionale Lebensmittel und trügen zugleich zur Pflege von Landschaft und Freiflächen bei.

Die Verbindung zwischen Bergen und Landwirtschaft reicht weit zurück. Bereits 1728 ist im Gemeindebuch ein „Berger Viehmarkt“ verzeichnet. Nach der Eingemeindung Bergen-Enkheims nach Frankfurt im Jahr 1974 entwickelte sich daraus eine Viehschau mit Züchtern und Ausstellern auch von außerhalb der Stadt. Seit 2011 trägt die Veranstaltung den Namen „Berger Tierschau“ und konzentriert sich stärker auf Frankfurter Betriebe und Erzeuger.

Damit erinnert die Tierschau bis heute an die landwirtschaftlichen Wurzeln des Berger Marktes – und daran, dass zwischen Hochhäusern, Wohnquartieren und Gewerbegebieten noch immer ein beträchtlicher Teil Frankfurts landwirtschaftlich geprägt ist.

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