Experiminta bleibt in Frankfurt - Umzug nach Höchst

15.09.2026
Von Bernd Günther


Neues Zuhause im alten Finanzamt: Mitmachmuseum wechselt in Frankfurts Westen

BOCKENHEIM / HÖCHST - Die Zukunft des Mitmachmuseums Experiminta in Frankfurt ist gesichert. Im Herbst 2027 soll die Einrichtung ihren bisherigen Standort an der Hamburger Allee verlassen und in das ehemalige Finanzamt in Höchst ziehen. Darauf haben sich das Land Hessen, die Stadt Frankfurt und die gemeinnützige Betreibergesellschaft von Experiminta verständigt. Bis zum Umzug soll das Museum an der Hamburger Allee 22–24 geöffnet bleiben.

Ansicht oben (zur vollen Größe anklicken): Naturwissenschaft zum Greifen - das begehbare Auge ist eines von unzähligen Exponaten, die am bisherigen Standort in Bockenheim zu sehen sind. Foto: Experiminta gGmbH

Neuer Standort ist das frühere Finanzamt in der Hospitalstraße 16a. Bevor dort experimentiert werden kann, muss das Gebäude umgebaut werden. Vorgesehen sind unter anderem ein neuer Aufzug, energiesparende Beleuchtung, angepasste Raumzuschnitte und neue Bodenbeläge. Zudem soll die Brandmeldeanlage modernisiert werden.

Die Kosten für die Herrichtung werden auf rund zwei Millionen Euro beziffert. Das Land Hessen finanziert die Summe zunächst vor. Refinanziert werden soll sie über eine zusätzliche Investitionsmiete während der 20-jährigen Laufzeit des Mietvertrags. Gleichzeitig gewährt das Land der Experiminta auch am neuen Standort eine vergünstigte Miete.

 

Lange Suche nach neuer Bleibe

Damit endet eine längere Suche nach einer dauerhaften Bleibe für das Museum. Ein Umzug ist notwendig, weil das derzeit genutzte Gebäude an der Hamburger Allee massive Feuchtigkeitsschäden in den Untergeschossen aufweist. Eine Sanierung wäre nach Angaben des Landes aufwendig und könnte nicht bei laufendem Museumsbetrieb erfolgen. Da das Land keinen eigenen Bedarf für die Immobilie hat und eine Sanierung als unwirtschaftlich bewertet wird, soll der bisherige Standort aufgegeben werden.

Bis Herbst 2027 darf die Experiminta dort weiterarbeiten – vorausgesetzt, der Zustand des Gebäudes verschlechtert sich nicht wesentlich.

Das 2011 eröffnete Mitmachmuseum gehört nach eigenen Angaben mit jährlich etwa 125.000 bis 130.000 Gästen zu den meistbesuchten Museen Frankfurts. An rund 200 Versuchsstationen können Kinder, Jugendliche und Erwachsene Phänomene aus Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik selbst ausprobieren. Zum Programm gehören außerdem Workshops, Sonderausstellungen, Science Shows und Flugsimulator-Angebote. Eine wichtige Rolle spielt bei der Arbeit des Museums auch ehrenamtliches Engagement.

 

Bildungsarbeit fortsetzen

Experiminta-Geschäftsführerin Andrea Gassmann bezeichnete die Einigung als langfristige Perspektive und wichtige Standortsicherheit. Damit könne das Museum seine Bildungsarbeit in Frankfurt fortsetzen.

Auch Bildungsdezernentin Sylvia Weber begrüßte die Lösung. Die Experiminta sei eine wichtige außerschulische Bildungseinrichtung. Vom Umzug könnten insbesondere die westlichen Stadtteile profitieren, da dort ein zusätzliches Angebot im MINT-Bereich entstehe. Gleichzeitig sei der neue Standort gut erreichbar und könne weiterhin Besucher aus Frankfurt, Hessen und darüber hinaus anziehen.

Finanzstaatssekretär Till Kaesbach erklärte, das Land habe gemeinsam mit Stadt und Museum über Monate nach einer tragfähigen Lösung gesucht. Mit dem früheren Finanzamt in Höchst sei nun eine langfristige Perspektive gefunden. Der Umbau soll bis Herbst 2027 abgeschlossen sein.

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Quelle: Presse- und Informationsamt Frankfurt; Hessisches Finanzministerium; Experiminta gGmbH