Nach 28 Jahren ist Schluss / Petition fordert Stadt zum Handeln auf
INNENSTADT - Das historische Stadtbad Mitte am Eschenheimer Turm ist geschlossen. Nach 28 Jahren hat Fitness First den Betrieb des Schwimmbads an der Hochstraße eingestellt. Seit Montag, 12. Oktober, bleibt das 25-Meter-Becken leer. Wie es mit der denkmalgeschützten Schwimmhalle weitergeht, ist ungewiss. Eine Online-Petition fordert nun die Stadt Frankfurt auf, sich für den Erhalt des Bades einzusetzen. Mehr als 1100 Menschen sollen den Aufruf bereits unterzeichnet haben.
Ansicht oben (zur vollen Größe anklicken): Historischer Standort - der Gebäudetrakt mit der denkmalgeschützten Schwimmhalle. des Stadtbads Mitte. Foto: MAXLOK MEDIA
Die Öffentlichkeit konnte das Schwimmbad letztmals am Freitag, 9. Oktober, nutzen. Mitglieder des Fitnessstudios durften am Sonntag noch einmal ihre Bahnen ziehen. Mit der Schließung des Fitness-First-Clubs endete auch der bisherige Badebetrieb.
Hintergrund sind nach Angaben des Unternehmens internationale Sanktionen gegen den wirtschaftlichen Eigentümer der Immobilie. Medienberichten zufolge handelt es sich um den iranischen Geschäftsmann Ali Ansari. Die Sanktionen hätten die Eigentums- und Mietverhältnisse sowie die Voraussetzungen für den weiteren Betrieb verändert. Auch das Hilton Frankfurt City Centre auf dem Areal ist von den Auswirkungen betroffen.
Petition fordert öffentlichen Badebetrieb
Gegen den Verlust des Schwimmbads formiert sich inzwischen Widerstand. Mit einer Online-Petition setzen sich Bürger für den Erhalt der historischen Schwimmhalle und ihre weitere öffentliche Nutzung ein. Bis Montag hatten bereits mehr als 1100 Menschen unterschrieben.
Die Initiatoren fordern die Stadt auf, Möglichkeiten für eine Übernahme zu prüfen und das Bad wieder öffentlich zugänglich zu machen. Damit wächst der Druck auf die Kommunalpolitik, eine Lösung für die Zukunft der Anlage zu finden.
Das Stadtbad Mitte wurde 1960 eröffnet und bis 1993 von der Stadt Frankfurt betrieben. Zwei Jahre später verkaufte die Kommune die Immobilie an einen privaten Investor. Nach umfangreichen Umbauten öffnete die denkmalgeschützte Schwimmhalle 1998 unter dem Namen „Wave“ erneut. Im damaligen Kaufvertrag war für 30 Jahre eine zeitweise öffentliche Nutzung festgeschrieben worden. Diese Verpflichtung ist inzwischen ausgelaufen. Fitness First hatte den öffentlichen Badebetrieb zuletzt freiwillig fortgeführt.
Stadt prüft Möglichkeiten
Eine einfache Rückkehr in städtische Verantwortung ist aber offenbar nicht möglich. Der Kaufvertrag von 1995 soll keine Rückkaufoption beinhalten. Oberbürgermeister Mike Josef hatte in der Stadtverordnetenversammlung erklärt, dass der Magistrat einem weiteren öffentlichen Betrieb grundsätzlich positiv gegenüberstehe. Eine Zusage für eine Übernahme durch die Stadt ist damit jedoch nicht verbunden.
Zunächst müssten die Eigentumsverhältnisse, der bauliche Zustand und der mögliche Investitionsbedarf geklärt werden. Hinzu kommen die finanziellen Auswirkungen eines künftigen Betriebs.
Sportvereine als mögliche Partner
Als Alternative zu einer rein städtischen Lösung stehen Kooperationen mit Frankfurter Sportvereinen im Raum. Ein Antrag in der Stadtverordnetenversammlung nennt unter anderem Eintracht Frankfurt und Makkabi Frankfurt als mögliche Partner. Die Vorlage soll im zuständigen Ausschuss beraten werden.
Ob sich daraus ein tragfähiges Konzept entwickelt, ist bislang offen. Auch über einen möglichen neuen Betreiber oder einen Zeitpunkt für die Wiedereröffnung gibt es keine Entscheidung.
Für die Frankfurter Innenstadt bedeutet die Schließung zunächst den Verlust einer traditionsreichen Schwimmstätte. Die Petition soll nun dazu beitragen, dass das denkmalgeschützte Bad nicht dauerhaft für die Öffentlichkeit verloren geht.
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