Mut gegen Unterdrückung gewürdigt: Frankfurt ehrt iranische Frauenrechtlerin

02.04.2026
MAXLOK-Redaktion


FRANKFURT - Mit stehenden Ovationen und langanhaltendem Applaus ist am Dienstag (31. März) erstmals der Europäische Paulskirchenpreis für Demokratie in Frankfurt verliehen worden. Die Auszeichnung ging an die iranisch-amerikanische Journalistin und Aktivistin Masih Alinejad, die sich seit Jahren für Frauenrechte, Freiheit und Menschenrechte einsetzt. Die feierliche Zeremonie fand in der historischen Frankfurter Paulskirche statt, einem zentralen Symbol der deutschen Demokratiegeschichte.
 
Ansicht oben: Preisträgerin Masih Alinejad (m.) reckt die Faust des Widerstandes empor. Oberbürgermeister Mike Josef und Stadtverordnetenvorsteherin Hilime Arslaner hatten in ihren Reden den Mut der iranischen Frauenrechtlerin gewürdigt. Foto: Stadt Frankfurt / Michael Braunschädel
 
Frankfurts Oberbürgermeister Mike Josef würdigte die Preisträgerin als „mutige und selbstbewusste Stimme" im Kampf für ein freies Leben, insbesondere für Frauen im Iran. Viele Menschen hätten diesen Einsatz bereits mit ihrem Leben bezahlt und seien Opfer brutaler Repression geworden. Dennoch werde der Widerstand gegen das Regime fortgeführt – im Iran selbst und im Exil.

Einstimmige Wahl der Jury

Die Entscheidung für Alinejad fiel einstimmig: Das Kuratorium wählte sie aus insgesamt 30 Vorschlägen aus. Ausschlaggebend waren ihr langjähriger Einsatz für Freiheit und Gleichberechtigung sowie ihr persönlicher Mut. Internationale Bekanntheit erlangte sie unter anderem durch ihre Kampagne „My Stealthy Freedom", mit der sie Frauen im Iran dazu ermutigt, sich ohne Kopftuch in der Öffentlichkeit zu zeigen. Millionen Menschen folgen ihr in den sozialen Netzwerken. Seit 2009 lebt die 49-Jährige im Exil in New York.
 
 


Stehende Ovationen in der Frankfurter Paulskirche für die Vergabe des Europäischen Paulskirchenpreises an Masih Alinejad. Foto: Stadt Frankfurt / Michael Braunschädel


 
In ihrer Laudatio betonte Bundestagspräsidentin Julia Klöckner die Bedeutung von Alinejads Engagement. Im Iran könne ein sichtbares Haar über Freiheit oder Verfolgung entscheiden. Alinejad gebe den betroffenen Frauen ein Gesicht und verschaffe ihrem Kampf internationale Aufmerksamkeit. Gerade diese Öffentlichkeit sei es, die autoritäre Systeme fürchteten.

Solidarität mit den Freiheitsbewegungen

Die Preisträgerin selbst widmete die Auszeichnung den Menschen im Iran, die für Demokratie und Menschenrechte kämpfen. Viele hätten ihr Leben dafür geopfert, sagte Alinejad. Die eigentliche Anerkennung bestehe jedoch in der Solidarität demokratischer Staaten mit den Freiheitsbewegungen weltweit.
 
Auch Stadtverordnetenvorsteherin Hilime Arslaner bezeichnete die Preisverleihung als wichtiges Signal gegen Unterdrückung und Demokratiefeindlichkeit. Gleichzeitig sei sie ein Auftrag, den Kampf für Freiheit und gegen Unrechtsregime weiter zu unterstützen.
 
Der neu geschaffene Europäische Paulskirchenpreis ist mit 50.000 Euro dotiert und soll künftig alle zwei Jahre verliehen werden. Er richtet sich an Persönlichkeiten und Organisationen, die sich in besonderer Weise für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und gesellschaftliche Teilhabe einsetzen.
 
Mit der Auszeichnung knüpft die Stadt Frankfurt bewusst an ihre demokratische Tradition an: In der Paulskirche tagte 1848 die erste deutsche Nationalversammlung und legte damit den Grundstein für den modernen Rechtsstaat. (beg)
 

MAXLOK-Fakten

  • Erstmals wurde der Europäische Paulskirchenpreis für besonderes Engagement für Demokratie und Rechtsstaat in Frankfurt verliehen.
  • Preisträgerin ist Masih Alinejad, die für ihren Einsatz für Frauenrechte und Freiheit im Iran ausgezeichnet wurde.
  • Die Jury würdigte insbesondere ihren Mut sowie ihre internationale öffentliche Wirkung.
  • Der Preis ist mit 50.000 Euro dotiert und wird künftig alle zwei Jahre vergeben.
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Quelle: Presse- und Informationsamt Frankfurt