"Letzter Gig" - Batschkapp-Chef Ralf Scheffler gestorben

05.05.2026
MAXLOK-Redaktion


FRANKFURT - Die Stadt verliert eine prägende Figur der Musikszene: Der langjährige Betreiber und Mitgründer der Batschkapp, Ralf Scheffler, ist überraschend im Alter von 77 Jahren gestorben. Die Nachricht trifft die Stadt nur wenige Wochen vor dem geplanten 50-jährigen Jubiläum des traditionsreichen Clubs – ein Zeitpunkt, der die Bedeutung seines Lebenswerks noch einmal besonders unterstreicht.
 

Ansicht oben: Ralf Scheffler prägte die Konzertkultur am Main. Er selbst stand auch auf der Musikbühne. Die Batschkapp informiert im Internet über den Tod ihres Gründers mit den Worten: "Ralf ist zu seinem letzten Gig angetreten. Rock'n' Roll Forever -RIP Legend. Wir vermissen dich!". Foto: Pexels

 

Scheffler galt als einer der wichtigsten Impulsgeber für die Frankfurter Konzertkultur. Seit der Gründung der Batschkapp im Jahr 1976 formte er aus einem Treffpunkt der linken Sponti-Szene eine Institution mit internationaler Strahlkraft. Über Jahrzehnte hinweg gelang es ihm, nationale wie internationale Acts nach Frankfurt zu holen und der Stadt einen festen Platz auf der Landkarte der Alternative- und Independent-Musik zu sichern.

Batschkapp für viele Generationen ein Ort der Identifikation

Oberbürgermeister Mike Josef würdigte Schefflers Wirken als „über mehrere Jahrzehnte andauerndes Engagement", das Frankfurt als zentralen Spielort etabliert habe. Auch Stadtverordnetenvorsteherin Claudia Korenke hob hervor, dass mit Scheffler ein Unternehmer gehe, der eine „sehr besondere Branche" geprägt habe. Die Batschkapp sei für viele Generationen ein Ort der Identifikation geworden.
 
Tatsächlich steht die Geschichte des Musikclubs exemplarisch für die Entwicklung der freien Kulturszene in Frankfurt: In den 1980er Jahren stellte Scheffler die Batschkapp wirtschaftlich neu auf und stabilisierte den Betrieb nachhaltig.
 
"Künstler wie Matthias Beltz oder die Rodgau Monotones fanden hier früh ihr Publikum. Die Mischung aus künstlerischer Offenheit und professioneller Organisation wurde zum Markenzeichen", schreibt das Frankfurter Kulturdezernat.

Seit 2013 in Seckbach ansässig

Ein weiterer Meilenstein war der Umzug 2013 in die Gwinnerstraße in Seckbach. Mit größerer Kapazität und moderner Technik gelang es, die Batschkapp zukunftsfähig aufzustellen, ohne ihren Charakter zu verlieren. Kulturdezernentin Ina Hartwig betonte, Scheffler habe als Geschäftsführer der Batschkapp ein Haus geschaffen, das „Vielfalt, Offenheit und wirtschaftliche Tragfähigkeit" vereine.
 
Mit Ralf Scheffler verliert Frankfurt weit mehr als einen Clubbetreiber. Sein Name bleibt untrennbar mit einem Ort verbunden, der Generationen von Musikfans geprägt hat – und dessen Zukunft nun ohne seinen Gründer weitergeschrieben werden muss.
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Quellen: Presse- und Informationsamt Frankfurt; Kulturdezernat