Ein guter Tag für Offenbach

28.05.2026
Von Bernd Günther


Rückbau der Turm-Gerippe am Kaiserlei startet / Details zum neuen Kaiserviertel

FRANKFURT / OFFENBACH - Der Rückbau der ehemaligen KWU-Türme am Kaiserlei hat begonnen. Die entkernten Hochhaus-Gerippe, die seit vielen Jahren von Frankfurt kommend das Entrée in die Stadt bilden, werden strukturiert zurückgebaut. Auf dem Areal errichtet die ABG Frankfurt Holding das autofreie Stadtquartier Kaiserviertel mit rund 1200 Wohnungen, einer Kita, einem Hotel und Flächen für das Gewerbe.

Ansicht oben (zur vollen Größe anklicken): Bei einem Vor-Ort-Termin informierten am Donnerstag (28. Mai) Frank Junker (r.), Vorsitzender der Geschäftsführung der ABG Frankfurt Holding, der Offenbacher Oberbürgermeister Felix Schwenke (m.) und Lukas Schirmer (l.), Prokurist und Leiter der Offenbacher Niederlassung des Abbruchunternehmens Becker Sanierungstechnik, über das Großprojekt. Foto: ABG Frankfurt Holding / Jean-Luc Valentin
 
„Die KWU-Türme waren zu lange Zeit das Erste, was Menschen sahen, wenn sie nach Offenbach kamen. Das hat das Bild Offenbachs mit seinen mittlerweile in vielen Bereichen sehr positiven Entwicklungen lange verfälscht", sagte Offenbachs Oberbürgermeister Felix Schwenke. „Der Start des Rückbaus der Türme ist damit ein guter Tag für Offenbach." Der Bau des neuen Kaiserviertels durch die ABG werde einen wichtigen Beitrag zur Wahrnehmung der Stadt sowie die gesamte Entwicklung des Kaiserleis als attraktivem Wohnviertel und dynamischem Wirtschaftsstandort leisten, so Schwenke weiter.

 
Raum für das künftige Kaiserviertel

„Wir haben das Grundstück im November 2025 erworben, nachdem die Offenbacher Stadtverordnetenversammlung unserem Konzept für das neue Kaiserviertel nach einer intensiven Planungs- und Abstimmungsphase zugestimmt hatte“, erklärte ABG-Geschäftsführer Frank Junker. Jetzt beginne der Rückbau der KWU-Türme, um dem zukünftigen Kaiserviertel Raum zu geben.

Die ABG hat Erfahrung mit der Realisierung von großen Wohnungsbauprojekten. Wie Junker ausführte, hat das Unternehmen in Offenbach als initialer Investor bereits Projekte im Hafenquartier und im Senefelder Quartier entwickelt. Mit dem Kaiserviertel übernimmt sie nun die Entwicklung am westlichen Stadteingang. „Hier entstehen fast 1200 Mietwohnungen, darunter durch das Land Hessen geförderte Studierenden-Appartements und geförderte Wohnungen für die Stadt Offenbach“, so Junker.


Ensemble aus vier Gebäuden

Die Planung des Projekts, in das die ABG nach eigenen Angaben rund 500 Millionen Euro investiert, sieht das Kaiserviertel als Ensemble aus vier achtgeschossigen differenzierten Gebäuden mit Staffelgeschossen, Quartiersmitte und begrünten Innenhöfen vor. Die Bruttogeschossfläche betrage rund 122.000 Quadratmeter. Kernstück seien 1179 Mietwohnungen. Ein Teil der Wohnungen soll als öffentlich gefördertes Studierenden-Wohnheim mit Platz für über 350 Studierende gebaut werden.
 
Für die rund 100 öffentlich geförderten Wohnungen hat die Offenbacher Wohnungsbaugesellschaft GBO eine Kaufoption mit der ABG vereinbart, um sie künftig selbst betreiben zu können. Entlang der Strahlenberger Straße sollen über 4000 Quadratmeter Bürofläche, ein Hotel und ein Parkhaus mit über 350 Autoabstellplätzen entstehen. Weitere Stellplätze seien in Tiefgaragen vorgesehen. Insgesamt würden über 700 Stellplätze zur Verfügung stehen. Auch ein Supermarkt und eine Kindertagesstätte seien geplant.

Das Quartier werde im Inneren autofrei und mit einer begrünten Quartiersmitte konzipiert. Die Quartiersmitte folge dem Schwammstadtprinzip, nach dem Regenwasser möglichst vor Ort versickern soll. Fassaden- und Dachbegrünung sollen das Mikroklima verbessern, Dachflächen würden für Regenwasserretention, Energiegewinnung und gemeinschaftliche Terrassen genutzt. Die ersten Wohnungen sollen voraussichtlich ab dem Jahr 2029 bezugsfertig sein, kündigt die ABG an.

 
Rückbau der KWU-Türme beginnt

 Zum Beginn des strukturierten Rückbaus der KWU-Türme sagte Lukas Schirmer vom Abbruchunternehmen Becker Sanierungstechnik: „Die Vorbereitungen sind abgeschlossen, die Geräte sind vor Ort, das Personal ist einsatzbereit."

Aktuell beginne die Gerüstmontage. Vordächer wurden abgebrochen, damit die Gerüste eng an die Gebäude gestellt werden können. Drei Turmdrehkräne mit Höhen von 78, 85 und 99 Metern und Auslegern von jeweils 45 Metern sind bereits montiert. Die drei Gebäudeteile sind noch 73, 65 und 59 Meter hoch. Dass sie seit 2019 bereits teilweise entkernt und seitdem durch provisorische Stützkonstruktionen gesichert seien, mache den Abbruch „technisch anspruchsvoll“, erklärte Schirmer.
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Quellen: Presse- und Informationsamt Frankfurt, ABG Holding, Stadt Offenbach