Auch im Gallus gibt es nun Kontrollen und Klagen / Stadtspitze sucht neue Regeln für Außengastronomie
BAHNHOFSVIERTEL / GALLUS - Die Stadt will gemeinsam mit Gastronomen, Anwohnenden und weiteren Beteiligten an neuen, rechtssicheren Regeln für die Außengastronomie im Bahnhofsviertel arbeiten. Oberbürgermeister Mike Josef (SPD) hat sich dazu, zusammen mit mehreren Dezernenten bei einem Rundgang vor Ort, über die aktuelle Lage und Konflikte bei der Nutzung des öffentlichen Raums informiert.
Ansicht oben (zur vollen Größe anklicken): Vermittlungsgespräch (v.r.): Mobilitätsdezernent Yannik Schwander, Oberbürgermeister Mike Josef lauschen den Schilderungen von Yasar Guer (m.), Inhaber der Gastronomie "Der fette Bulle". Beim Rundgang durchs Bahnhofsviertel waren zudem der neue Ordnungsdezernent Martin-Benedikt Schäfer und Planungsdezernent Marcus Gwechenberger (l.) mit dabei. Foto: Stadt Frankfurt / Chris Christel
Nach Angaben der Stadt standen bei dem Termin insbesondere die „aktuellen Herausforderungen“ rund um die Nutzung von Straßen und Plätzen im Mittelpunkt – und die Frage, wie sich die Interessen von Gastronomie, Anwohnerschaft sowie Fuß- und Radverkehr künftig besser in Einklang bringen lassen. Josef betonte, es solle eine „rechtssichere, faire und praktikable Lösung“ entwickelt werden, die zugleich klare Rahmenbedingungen für die Verwaltung schafft.
Gerechte Aufteilung der Flächen
Zugleich stellte sich der Oberbürgermeister ausdrücklich hinter Beschäftigte der Stadtverwaltung. Angriffe oder Beleidigungen gegen Mitarbeitende seien „völlig inakzeptabel“, sagte Josef. Über unterschiedliche Positionen müsse sachlich gesprochen werden. Auch Mobilitätsdezernent Yannik Schwander verwies auf das Spannungsfeld im öffentlichen Raum. Verkehrssicherheit und eine „gerechte Aufteilung“ der Flächen stünden für ihn im Fokus; gleichzeitig solle die Gastronomie im Bahnhofsviertel unterstützt werden.
Ordnungs- und Sicherheitsdezernent Martin-Benedikt Schäfer hob in diesem Zusammenhang die Bedeutung eines „geordneten und aufgeräumten“ Umfelds hervor – auch mit Blick auf das subjektive Sicherheitsgefühl. Planungsdezernent Marcus Gwechenberger kündigte darüber hinaus ein neues Förderprogramm für das Bahnhofsviertel an. Damit sollen Eigentümer, Einzelhandel, Gastronomie und weitere Unternehmen Maßnahmen umsetzen können, um die Attraktivität des Stadtteils zu steigern – unter anderem durch die Weiterentwicklung von Gastronomie-, Unterhaltungs- und Kulturangeboten sowie die Belebung von Erdgeschosszonen.
Auch im Gallus Streit zwischen Stadt und Gastronomen
Wie genau die künftigen Regeln für die Außengastronomie aussehen sollen, blieb zunächst offen. Die Stadt kündigte an, die Themen im Viertel „konsequent weiterzuverfolgen“ und die Abstimmung innerhalb der Stadtverwaltung voranzutreiben.
Unterdessen protestieren auch im Stadtteil Gallus Betreiber von Gastronomien, die vor ihren Betrieben Außenplätze geschaffen haben. Die Bauaufsicht fordert nach Angaben der betroffenen Gastronomen den Rückbau dieser gastronomischen Nutzungen, die dort - anders als im Bahnhofsviertel - zumeist auf privaten Flächen eingerichtet worden sind.
Der Hintergrund ist hier aber, dass für die Umbauten und Erweiterungsbauten offenbar keine Baugenehmigungen vorliegen. Die Betreiber der Gaststätten, Lokale, Bars und Cafés wenden aber ein, dass die Umbauten schon viele Jahre bestehen und bisher nicht moniert worden seien. Wie im Fall der Gastronomen im Bahnhofsviertel hoffen auch die Wirte im Gallus auf ein Entgegenkommen der Stadt.
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