Gesundheitsamt meldet zweiten Todesfall / Kein erhöhtes Gesundheitsrisiko für die Allgemeinbevölkerung
FRANKFURT – Bei den sechs bekannten Fällen von Malaria tropica im Zusammenhang mit dem Frankfurter Flughafen sind zwei Erkrankte gestorben. Das hat das Gesundheitsamt der Stadt am Donnerstag mitgeteilt. Vier weitere Betroffene konnten inzwischen aus der stationären Behandlung entlassen werden. Für die Allgemeinbevölkerung sieht die Behörde weiterhin kein erhöhtes Gesundheitsrisiko.
Ansicht oben (zur vollen Größe anklicken): Gefährliche Fracht - am Flughafen aus fernen Ländern eingeschleppte Mücken haben offensichtlich sechs Airport-Mitarbeiter mit der Tropenkrankheit infiziert. Foto über Pexels
Alle sechs Erkrankten waren beruflich am Frankfurter Flughafen tätig. Bei fünf Betroffenen traten die Erkrankungen Anfang Juli auf, bei einer weiteren Person Mitte August. Das Gesundheitsamt untersucht derzeit, wie die Fälle zusammenhängen. Dazu werden die Erreger genetisch charakterisiert. Zudem läuft am Flughafen ein Mückenmonitoring.
Bei der sogenannten Flughafenmalaria werden mit Malariaerregern infizierte Anophelesmücken beispielsweise mit Flugzeugen aus Endemiegebieten eingeschleppt. Stechen sie anschließend Menschen am Flughafen oder in dessen Umgebung, kann es zu einer Infektion kommen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch findet im normalen Alltagskontakt nicht statt. Flughafenmalaria ist äußerst selten.
Enge Abstimmung mit Fraport
Das Gesundheitsamt arbeitet bei den aktuellen Fällen eng mit Flughafenbetreiber Fraport zusammen. Neben Beschäftigten und Ärzteschaft wurden über das Hessische Landesamt für Gesundheit und Pflege auch Gesundheitsämter, die Kassenärztliche Vereinigung Hessen und Infektionsschutzbehörden angrenzender Bundesländer informiert.
Mediziner sollen bei Menschen mit beruflichem Bezug zum Frankfurter Flughafen bei unklarem Fieber auch ohne vorherige Reise in ein Malariagebiet eine Infektion in Betracht ziehen. Mögliche Symptome sind neben Fieber unter anderem Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Magen-Darm-Beschwerden. Malaria tropica kann unbehandelt tödlich verlaufen, ist bei früher Diagnose und raschem Behandlungsbeginn nach Angaben des Gesundheitsamtes jedoch gut und vollständig behandelbar.
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Quellen: Presse- und Informationsamt Frankfurt; städtisches Gesundheitsamt;

